Luftaufnahme des ehemaligen Erkundungsbergwerks Gorleben. © dpa Foto: Philipp Schulze

Gorleben bis Garzweiler: Wanderung gegen Braunkohle-Abbau

Stand: 04.07.2021 16:02 Uhr

Klima- und Umweltinitiativen rufen zu einem "Kreuzweg für die Schöpfung" auf. Von Gorleben aus wollen sie ein Kreuz 470 Kilometer zum Braunkohletagebau nach Garzweiler in Nordrhein-Westfalen tragen.

Gestartet ist die Wanderung am Sonntag in Gorleben. Mit der Aktion wollen die Teilnehmenden gegen Atomkraft, Braunkohle und gegen neue Autobahnen demonstrieren, sagte die stellvertretende Vorsitzende der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg, Elisabeth Hafner-Reckers zum Auftakt. Ihr zufolge machten sich etwa 40 Menschen auf den Weg.

Kreuzweg in der Tradition der Anti-Atom-Bewegung

Hafner-Reckers koordiniert das Gorleben-Gebet, bei dem sich jeden Sonntag Menschen im Gorlebener Wald treffen, um gemeinsam zu beten. Das Gebet begann 1988 ebenfalls mit einem "Kreuzweg der Schöpfung". Damals trugen insgesamt 6.000 Menschen ein Holzkreuz von Wackersdorf (Bayern) nach Gorleben. Der jetzige Kreuzweg stelle sich in die Tradition der langjährigen Proteste der Anti-Atom-Bewegung, hieß es vonseiten der Organisatoren. Er führt vom Wendland ins Rheinland.

Ankunft am 1. August in Lüzerath geplant

Am 1. August soll das gut 1,80 Meter große Holzkreuz aus Gorleben in Lüzerath (Nordrhein-Westfalen) aufgestellt werden. Das Dorf sei akut vom Braunkohletagebau bedroht, sagte Hafner-Reckers. Bis dort hin sind 26 Etappen geplant: über Lüchow, Bad Bodenteich und Eschede weiter nach Hannover, wo Ralf Meister, der Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche, die Teilnehmenden empfängt. Weitere Stopps gibt es am Atomkraftwerk Grohnde und vor dem nordrhein-westfälischen Landtag. Zu dem Kreuzweg haben Bürgerinitiativen, Umweltverbände sowie kirchliche Gruppen und Gliederungen aufgerufen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 04.07.2021 | 12:00 Uhr

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