Mehrere bunte Holzmännchen mit einem Corona-Virus-Icon auf der Brust © Colourbox

Gibt es bald neue Corona-Regeln für ganz Niedersachsen?

Stand: 16.10.2020 16:51 Uhr

Die Corona-Lage in Niedersachsen spitzt sich immer weiter zu. Neue Maßnahmen für das ganze Land gibt es jedoch bislang nicht. Vor allem im Westen ist die Lage kritisch.

Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen erreicht in Niedersachsen immer neue Höchstwerte. Waren es am 1. Oktober noch 268 neue Fälle, stieg die Zahl am 7. Oktober auf 378, am 14. Oktober auf 472 und am 16. Oktober auf 532. Zum Vergleich: Während der ersten Welle der Pandemie Ende März lag der Höchstwert bei 410 Neuinfektionen. Landesweite Maßnahmen wie im Frühjahr gibt es derzeit allerdings nicht. Derzeit liegt es an den Kommunen, im Fall von hohen Sieben-Tages-Inzidenzen das Infektionsgeschehen wieder einzudämmen.

Kommt eine neue landesweite Corona-Verordnung?

Anfang kommender Woche will die Landesregierung mit den kommunalen Spitzenverbänden beraten, ob eine große neue Landesverordnung mit Corona-Maßnahmen nötig ist oder Anpassungen in der bestehenden Verordnung reichen, wie ein Regierungssprecher am Freitag sagte. "De facto sind die Gemeinden aber heute schon in der Lage, alles umzusetzen, was in Berlin abgesprochen wurde", sagte er mit Blick auf die verschärften Regeln, auf die sich die Vertreter von Bund und Ländern am Mittwoch geeinigt hatten. Bei einer entsprechenden Infektionslage könnten die Kommunen Einschränkungen beschließen, die über die gültige Landesverordnung hinausgehen.

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Hotspots: Acht Landkreise und eine kreisfreie Stadt

Doch wirklich eindämmen konnten die betroffenen Landkreise das Infektionsgeschehen bislang nicht. Die Landkreise Emsland, Cloppenburg und Vechta liegen ebenso wie die Stadt Delmenhorst seit mehr als einer Woche teils sehr deutlich über einem Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Abgesehen von massenhaften Corona-Ausbrüchen in Schlachthöfen in Sögel (Landkreis Emsland), Emstek (Landkreis Cloppenburg) sowie in Seniorenheimen in Vechta handele es sich größtenteils um einzelne Ausbruchsgeschehen, so eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums. Zu den Hotspots im Westen zählen inzwischen auch die Grafschaft Bentheim, der Landkreis Osnabrück und der Landkreis Oldenburg. Auch der Landkreis Northeim im Süden Niedersachsens übersteigt seit dem Corona-Ausbruch in einem Glaubenszentrum in Bad Gandersheim den kritischen Grenzwert deutlich.

Appell an Reisende aus Risikogebieten: Kommt nicht!

Damit Reisende aus innerdeutschen Risikogebieten nicht zusätzlich das Infektionsgeschehen in Niedersachsen anheizen, hatte das Land ein Beherbergungsverbot für jene Urlauber erlassen. Es galt jedoch nicht mal eine Woche, als es am Donnerstag vom Oberverwaltungsgericht gekippt wurde. Ein Sprecher der Landesregierung appellierte daher an Urlauber aus Risikogebieten, nicht nach Niedersachsen zu reisen. Als Reiseland würde sich Niedersachsen zwar sonst über jeden Touristen freuen, aber die Lage sei derzeit angespannt. Unterdessen prüft das niedersächsische Kultusministerium die bisherigen Pläne für den Schulbetrieb nach den Herbstferien. Auch eine Maskenpflicht im Unterricht ist nach Angaben eines Ministeriums-Sprechers denkbar.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 16.10.2020 | 15:00 Uhr

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