Lokführer unterwegs mit einem Güterzug. © imago Foto: Manfred Segerer

Gegen den Lokführermangel: Azubi-Zahl deutlich gestiegen

Stand: 05.10.2020 12:51 Uhr

In Niedersachsen nimmt das Interesse am Beruf des Lokführers zu: Binnen eines Jahres stieg die Zahl der Auszubildenden von 195 (2018) auf 342 (2019), wie das Wirtschaftsministerium mitteilte.

Die Zunahme um 75 Prozent sei ein vielversprechendes Signal, teilte das Ministerium mit Bezug auf den seit Jahren anhaltenden Lokführermangel mit. Entscheidender Grund für die Entwicklung sei das Anfang 2019 eingeführte Qualifizierungschancengesetz. Dieses ermöglicht Eisenbahnunternehmen, Interessenten einzustellen, zum Lokführer weiterzubilden und danach direkt einzusetzen. Die Kosten werden zum Teil von der Arbeitsagentur übernommen.

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Weiteres Angebot geplant

"Ich bin sehr froh, dass wir mit der Initiative erfolgversprechende Schritte in die richtige Richtung machen konnten", sagte Wirtschafts- und Verkehrsminister Bernd Althusmann (CDU). Johannes Pfeiffer, Chef der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen der Bundesagentur für Arbeit, kündigte ein weiteres Angebot an. Demnach sollen Menschen, die sich beruflich neu orientieren wollen, künftig für drei Monate in den Beruf des Lokführers hineinschnuppern können. In Praxiszeiten sollen sie beim Eisenbahnunternehmen den Arbeitsplatz kennen lernen. "Wer sich dann für den Beruf entscheidet, hat beste Chancen auf eine langfristige Anstellung", sagte Pfeiffer.

Lokführer weiterhin gesucht

Mit der Zunahme an Auszubildenden zur Fachkraft Triebfahrzeugführerin/-führer Eisenbahn ist der Fachkräftemangel allerdings längst nicht überwunden: In Niedersachsen standen 2020 im ersten Halbjahr 72 freien Lokführer-Stellen nur 37 arbeitslose Lokführer gegenüber, teilte das Wirtschaftsministerium mit. Zudem habe die Corona-Pandemie die Ausbildung beeinträchtigt - diese musste für "einige Wochen" unterbrochen werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 05.10.2020 | 13:00 Uhr

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