Stand: 14.07.2020 07:46 Uhr

Gefährden Reisen und Feiern niedrige Corona-Zahlen?

Warnemünde: Urlauber sitzen mit nackten Füßen in einem Strandkorb am Ostseestrand. (30.05.2020) © dpa-Bildfunk Foto: Jens Büttner
Urlauber könnten unter Umständen dazu beitragen, dass die Corona-Zahlen in Niedersachsen wieder steigen. (Themenbild)

In Niedersachsen sind die Corona-Zahlen seit Wochen niedrig. Lediglich drei Neuinfektionen sind am vergangenen Wochenende hinzugekommen. Doch die Pandemie ist noch lange nicht vorbei. Das zeigen nicht nur die rasant steigenden Fallzahlen in den USA oder Brasilien sondern auch die wieder steigenden Zahlen in europäischen Ländern wie Kroatien, in Teilen Portugals und Österreichs. Reisende und Urlauber können unter Umständen dazu beitragen, dass sich das Coronavirus auch in Niedersachsen wieder ausbreitet.

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Spahn: "Gemeinsames Feiern erhöht das Risiko"

Wenn am Donnerstag in Niedersachsen die Sommerferien beginnen, werden noch mehr Menschen in den Urlaub fahren. Nicht wenige fliegen ins europäische Ausland. Auf Mallorca haben am vergangenen Wochenende Hunderte Urlauber ausgelassen gefeiert und dabei sämtliche Abstands- und Masken-Regeln missachtet. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte dazu am Montag, gemeinsames Feiern erhöhe das Risiko. "Ich bin jetzt wirklich kein Spielverderber oder Spaßverderber oder Feierverächter - aber es ist halt grad nicht die Zeit dafür." Diese Menschen erhöhten dann während der Rückreise im Flugzeug und später zu Hause das Risiko für viele andere Menschen. Spahn rief die Menschen auf, wachsam zu bleiben und nicht übermütig zu werden.

Inseln planen App zur Besuchersteuerung

Auch in niedersächsischen Urlaubsregionen ist es mitunter schwierig, die Abstandsregeln einzuhalten, wenn sich zu viele Besucher gleichzeitig an einem Ort aufhalten. Aus diesem Grund hat die Polizei beispielsweise am Sonntag den Wunstorfer Ortsteil Steinhude (Region Hannover) für Tagestouristen gesperrt. Dort waren die Warteschlangen an den Verkaufsständen immer länger geworden. Um solche Ansammlungen künftig zu vermeiden, planen die Ostfriesischen Inseln eine gemeinsame App für das Smartphone. Mit dieser sollen Gäste beispielsweise sehen können, wie ausgelastet Schwimmbäder, Museen, Konzertsäle oder Restaurants sind. Nach Angaben der Ostfriesische Inseln GmbH soll die App jedoch erst im Herbst verfügbar sein.

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Feiernde halten sich nicht an Abstandsregeln

Immer wieder kommt es auch auf der Limmerstraße in Hannover-Linden zu großen Ansammlungen von Menschen, die sich nicht an die weiterhin geltenden Abstandsregeln halten. Die Polizei sprach dort erneut 67 Platzverweise aus. Bereits in den Wochen zuvor hatte die Polizei solche Massenansammlungen auf der bei Feiernden beliebten Straße aufgehoben.

"Das Virus weiterhin ernst nehmen"

Dass es auch weiterhin wichtig ist, sich an die Abstands- und Hygieneregeln sowie an die Maskenpflicht zu halten, betonen Landespolitiker und der Corona-Krisenstab immer wieder. Verglichen mit einem Marathon befinde man sich erst auf den ersten zehn Kilometern, sagte Claudia Schröder, Vize-Chefin des Krisenstabs am Freitag im NDR Regionalmagazin Hallo Niedersachsen. Man sollte das Virus weiter ernst nehmen, so Schröder. "Das werden wir so lange aufrechterhalten müssen, bis wir uns anders schützen können, beispielsweise durch eine Impfung."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 13.07.2020 | 07:30 Uhr

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