Stand: 12.04.2019 17:47 Uhr

#FridaysForFuture: Wer streikt in den Ferien?

Auch in den Ferien wollen am Freitag wieder in vielen Städten in Niedersachsen Schüler für den Klimaschutz "streiken". (Archivbild)

"Wir hoffen, dass an diesem Freitag Menschen kommen, die noch nie da waren", sagt Ylva Mahnhardt, die in Göttingen für #FridaysForFuture aktiv ist. Von "Streik" könne man ja nicht wirklich sprechen, wenn kein Unterricht stattfindet. Trotzdem finden auch heute wieder in vielen niedersächsischen Städten Demonstrationen statt. "Einige der Schüler werden vermutlich nicht dabei sein, weil sie im Urlaub sind", so die 16-Jährige. Die Ferienzeit sei aber auch eine Chance, dass sich Menschen beteiligen, die sonst keine Möglichkeit dazu haben. "Die meisten Lehrer zum Beispiel dürfen während der Schulzeit ja nicht streiken", sagt Ylva. Und auch für Eltern und viele andere seien diese Demos eine gute Gelegenheit. "Wir hoffen, dass diese Menschen dann auch unsere Ideen aufnehmen und uns weiter unterstützen", so die Schülerin.

Gefordert: 100 Prozent erneuerbare Energieversorgung

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Schüler gehen fürs Klima auf die Straße

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In mehr als 20 Städten in Niedersachsen haben Schüler für mehr Klimaschutz demonstriert. Die größte Veranstaltung fand in Hannover statt, die wohl kleinste auf der Insel Juist. Video (06:57 min)

Die Initiative #FridaysForFuture hat in kürzester Zeit Anhänger auf der ganzen Welt gefunden. Und auch in Niedersachsen gehen Schüler nun jeden Freitag für mehr Klimaschutz auf die Straße. Am Montag hat die Bewegung ihre Forderungen an die Politik veröffentlicht:

  • "Nettonull" von Treibhausgasen bis 2035
  • Kohleausstieg bis 2030
  • 100 Prozent erneuerbare Energieversorgung bis 2035

"Wir werden diese Forderungen am Freitag in Göttingen natürlich auch vorstellen", sagt Ylva Mahnhardt. Damit möglichst viele Menschen zu der Lauf-Demo und den Kundgebungen kommen, hat sie gemeinsam mit den anderen Schülern viel Werbung in der Schule gemacht, Plakate aufgehängt und mit Kreideaktionen vor Sporthallen auf die Aktion aufmerksam gemacht.

"Wir werden nicht so schnell aufhören"

Oft wird kritisiert, dass die Schüler ausgerechnet während der Unterrichtszeit demonstrieren. "Aber damit wollen wir unsere Hauptaussage deutlich machen", sagt Ylva: "Wenn wir keine Zukunft haben - wofür sollen wir lernen?" Dass sie in den Ferien nun auch auf die Straße gehen, sei dabei kein Widerspruch: "Damit wollen wir zeigen, dass wir auch in unserer Freizeit dabei sind." Gestreikt werden soll, bis die Politik handelt. "Wir werden nicht so schnell aufhören", sagt Ylva. Deshalb sind auch für diesen Freitag in vielen niedersächsischen Städten Aktionen geplant:

  • Braunschweig, 14 Uhr, Schlossplatz
  • Celle,11 Uhr, Stechbahn
  • Gifhorn, 10.30 Uhr, Schillerplatz
  • Göttingen, 10 Uhr, Bahnhofsvorplatz
  • Hannover, 15 Uhr, Opernplatz
  • Oldenburg, 10 Uhr, Schlossplatz
  • Osnabrück, 10 Uhr, Theatervorplatz
  • Peine, 11 Uhr, vor dem Rathaus

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 12.04.2019 | 09:00 Uhr

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