Stand: 07.03.2020 19:30 Uhr

Flüchtlingsstreit: Städte sehen sich gewappnet

Ein Mehrbett-Zimmer in einer Flüchtlingsunterkunft. © NDR Foto: Marie-Caroline Chlebosch
Die Stadt Lüneburg hat als Reaktion auf die Entwicklung an der türkisch-griechischen Grenze den Ab- und Umbau von Flüchtlingsunterkünften gestoppt (Symbolfoto).

Mehrere Städte in Niedersachsen sehen sich gewappnet für den Fall, dass aufgrund der Flüchtlingskrise an der türkisch-griechischen Grenze wieder mehr Geflüchtete nach Deutschland kommen. Das geht aus einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur hervor. Hannover, Oldenburg, Wolfsburg und Osnabrück könnten zusätzliche Ankömmlinge in bestehenden Unterkünften unterbringen, hieß es. In der Region stünden beispielsweise mehr als 1.500 freie Plätze bereit, sagte eine Sprecherin.

Lüneburg stoppt Rückbau von Unterkunft

Angesichts der Not in überfüllten Lagern auf den griechischen Inseln sind viele Städte demnach auch bereit, mehr Geflüchtete aufzunehmen. Gleichzeitig haben manche Kommunen begonnen, den Rückbau von Unterkünften, die nach 2015 errichtet wurden, zu verlangsamen. So hat die Stadt Lüneburg den Abbau einer Gemeinschaftsunterkunft gestoppt, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet. Eine andere Unterkunft werde vorläufig nicht in reguläre Wohnungen umgewandelt. In der Region Hannover hieß es: "Der Abbau von Überkapazitäten wird aufgrund der derzeitigen Ereignisse mit besonderem Augenmaß betrieben."

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Erklärung von sieben Städten

Der Bundestag hatte am Mittwoch dagegen gestimmt, 5.000 besonders Schutzbedürftige von den griechischen Inseln aufzunehmen. Die Bundesregierung setzt auf einen europäischen Weg. Sieben deutsche Großstädte, darunter Hannover, haben die Bundesregierung dagegen aufgefordert, Kindern aus den griechischen Flüchtlingslagern zu helfen. Unterstützt wurde dies auch von Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD).

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Lüneburg stoppt Abbau von Flüchtlingsunterkünften

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 07.03.2020 | 10:00 Uhr

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