Stand: 23.10.2017 11:42 Uhr

Falsche Polizisten finden immer mehr Opfer

Wenn sich am Telefon ein Polizist meldet, kann blindes Vertrauen des Angerufenen kostspielige Folgen haben. Denn nicht selten steckt ein Betrüger dahinter. Nach Angaben des Landeskriminalamtes hat sich die Zahl der Straftaten von falschen Polizisten in diesem Jahr in Niedersachsen mehr als verdoppelt. Bis Ende September fielen bereits 100 Opfer auf diese Masche herein, 2016 gab es im gesamten Jahr 50 Fälle. Die Täter erbeuteten seit Jahresbeginn insgesamt rund 2,3 Millionen Euro. Dazu kommen Tausende erfolglose Betrugsversuche.

Archiv-Video
05:28

Trickbetrüger: Falsche Polizisten am Telefon

14.06.2016 19:30 Uhr
Hallo Niedersachsen

In Braunschweig nutzen Trickbetrüger derzeit eine dreiste Masche: Sie rufen ihre Opfer an, geben sich als Polizisten aus und präsentieren eine fiktive Geschichte. Video (05:28 min)

"Polizisten" bieten Schutz vor Einbrechern an

Die falschen Beamten hätten vorwiegend Bargeld, aber auch Gold und Schmuck erbeutet, sagte eine LKA-Sprecherin. Das Vorgehen sei dabei immer ähnlich: Die Betrüger rufen vorzugsweise ältere Menschen an und erzählen ihnen, dass in ihrer Nachbarschaft Einbrecher gefasst worden seien, die Listen mit Namen möglicher weiterer Opfer bei sich gehabt hätten. Danach folgen in der Regel Fragen nach Bargeld, Schließfächern oder Tresoren und schließlich das Angebot, Wertsachen zum Schutz vor den Einbrechern abzuholen. Beißen die Angerufenen an, werden sogenannte Läufer losgeschickt, die schließlich die Beute abholen.

Anrufe kommen zumeist aus der Türkei

Um glaubhaft zu wirken, manipulieren die Anrufer ihre Rufnummer, sodass bei den Personen am anderen Ende der Leitung die Amtsnummer einer örtlichen Polizeidienststelle erscheint. Nach LKA-Angaben sind die Anrufer häufig in der Türkei ansässig. Spezialisten für Wirtschaftskriminalität haben den Betrug von falschen Polizisten in Niedersachsen derzeit verstärkt in den Fokus genommen, sagte die LKA-Sprecherin. Es habe bereits erfolgreiche Ermittlungsverfahren und Festnahmen Tatverdächtiger gegeben.

Täter in Göttingen bei Geldübergabe festgenommen

In Göttingen konnte die Polizei kürzlich einen Erfolg vermelden. Ein Unbekannter hatte am Telefon versucht, eine 82 Jahre alte Frau zur Herausgabe von Bargeld zu überreden. Die Seniorin schöpfte allerdings Verdacht und informierte die richtige Polizei. Bei der vermeintlichen Geldübergabe wurde der aus der Region Hannover stammende 28-jährige Täter festgenommen.

Polizei warnt vor Leichtsinn

Die Polizei empfiehlt, am Telefon grundsätzlich keine Angaben zu Vermögensverhältnissen, Kontoverbindungen oder anderen persönlichen Daten zu machen. Richtige Beamte würden niemals danach fragen. Auf Forderungen nach Geld oder der Übergabe von Wertgegenständen sollten Angerufenen in keinem Fall eingehen. Stattdessen sollte sie umgehend die örtliche Polizeidienststelle anrufen oder den Notruf wählen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 23.10.2017 | 08:00 Uhr

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