Stand: 03.10.2019 15:22 Uhr

FDP und Grüne kritisieren Unterrichtsversorgung

Der Unterricht an Niedersachsens Schulen fällt nach Ansicht der FDP auch in diesem Schuljahr zu oft aus. Derzeit finde nur 98,9 Prozent des Unterrichts statt, das seien ein halber Prozentpunkt weniger als im vergangenen Halbjahr, sagte FDP-Bildungsexperte Björn Försterling. Es seien zwar mehr Lehrer eingestellt worden, allerdings sei auch die Zahl der Schüler gestiegen. Berücksichtige man die Fehlzeiten kranker Lehrer, fielen landesweit rund 100.000 Unterrichtsstunden pro Woche aus, betonte Försterling. Deshalb könne weiterhin keine Rede davon sein, dass sich die Situation an den Schulen verbessere.

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Auch Grüne und GEW unzufrieden

Kritik kommt auch von den Grünen. Die Lage bei der Unterrichtsversorgung sei durchgehend beklemmend, sagte die bildungspolitische Sprecherin Julia Willie Hamburg. Und eine Lösung sei kurzfristig nicht in Sicht. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sieht die Situation ähnlich. Es müssten mehr Lehrer ausgebildet und eingestellt werden, außerdem müssten sie besser bezahlt werden, forderte Landeschefin Laura Pooth. Den Schulen würden derzeit rund 550 Vollzeitlehrkräfte fehlen.

Tonne will zusätzliche Lehrer einstellen

Im kommenden Schulhalbjahr könnte es an den niedersächsischen Schulen allerdings schon etwas besser aussehen. Anfang der Woche hatte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) angekündigt, dass das Land rund 500 Lehrer mehr einstellen wolle als in den Ruhestand gehen. Zum 1. Februar 2020 sollen daher insgesamt 1.350 Stellen ausgeschrieben werden. Zuletzt waren fast acht Prozent aller neu eingestellten Lehrer Quereinsteiger.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 03.10.2019 | 14:00 Uhr

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