Kinder in der Schulklasse beteiligen sich am Unterricht. © picture alliance Foto: Sebastian Gollnow

FDP kritisiert: Unterrichtsversorgung jetzt noch schlechter

Stand: 28.10.2020 09:39 Uhr

Der Lehrermangel in Niedersachsen hat sich verschärft. Die FDP übt Kritik an Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD): Er habe das Problem nicht lösen können.

Im laufenden Schuljahr liegt die prognostizierte Unterrichtsversorgung bei knapp 98,2 Prozent - eine Verschlechterung. Das geht einem Bericht der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" zufolge aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage der FDP-Fraktion hervor. Demnach fehlen Lehrkräfte vor allem an Haupt-, Ober-, Förder- und Realschulen. Im ersten Halbjahr 2019/20 gab es laut Kultusministerium eine Unterrichtsversorgung von 99,6 Prozent.

Vorwurf an Ministerium: Nicht genug Stellen ausgeschrieben

"Dem Kultusminister ist es nicht gelungen, genügend Lehrkräfte für den tatsächlichen Bedarf einzustellen", sagte der FDP-Bildungspolitiker Björn Försterling. "Nicht nur wegen des Lehrermangels, sondern auch, weil zu wenig Stellen ausgeschrieben worden sind." Försterling warf dem Land vor, 2021 mehr als 700 Stellen kürzen zu wollen. Angesichts von knapp 25.000 Fehlstunden pro Woche sei dies das falsche Zeichen.

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Helfen könnte es nach Einschätzung des Bildungspolitikers, Lehrkräfte besser zu bezahlen. Er fordert die Besoldungsstufe A13 auch für Grund-, Haupt- und Realschullehrer, da diese genauso viel Geld bekommen müssten wie Sonderpädagogen und Gymnasiallehrer. "Es kommt einfach niemand nach Niedersachsen, wenn er weiß, dass er am Ende des Monats deutlich weniger auf dem Konto hat als in anderen Bundesländern."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 28.10.2020 | 09:00 Uhr

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