Stand: 12.08.2020 06:39 Uhr

FDP: "Späturlauber" nicht sofort in die Schule

Drei Grundschülerinnen mit Schulranzen von hinten fotografiert. © picture alliance / dpa Foto: Angelika Warmuth
Die FDP fordert eine Quarantäne für Lehrer und Schüler, die erst kurz vor Schulstart aus dem Urlaub kommen. (Symbolbild)

Die Corona-Zahlen steigen. Sorge bereiten den Behörden unter anderem Reiserückkehrer. Sie könnten das Virus wieder vermehrt mit einschleppen - und dann zum Schulstart in gut zwei Wochen auch in die Klassen im Land tragen. Die niedersächsische FDP fordert deshalb: Lehrer und Schüler, die frisch aus dem Urlaub kommen, sollen für 14 Tage zu Hause bleiben. So könne vermieden werden, dass Schulen wegen Corona-Ausbrüchen komplett geschlossen werden müssen, heißt es.

Egal ob Mallorca, Harz oder Nordsee

Egal ob Risiko-Gebiet oder nicht - die FDP schlägt die 14-tägige "Schul-Quarantäne" ausdrücklich für alle Urlaubsrückkehrer vor - egal, ob von Mallorca, aus dem Harz oder von der Küste. Der schulpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Björn Försterling, verweist unter anderem auf die Risiken durch volle Strände an Nord- und Ostsee. Lassen sich die Rückkehrer auf das Corona-Virus testen und fällt der Test negativ aus, dann dürfen Schüler und Lehrer auch wieder in die Schule, so die Idee der Partei.

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Kultusministerium lehnt Vorschlag ab

Das Kultusministerium lehnt eine pauschale "Zu-Hause-Bleiben-Pflicht" ab. Auch bei Reisen in Nicht-Risiko-Gebiete obliege es den Gesundheitsämtern vor Ort, Quarantänemaßnahmen für Einzelne zu beschließen. Darüber hinaus sei eine generelle Quarantäne für Reiserückkehrer nicht zielführend, so eine Ministeriumssprecherin.

Kein Abstandhalten mehr im Unterricht

Das Ministerium gehe davon aus, dass die Schulen im Land im kommenden das Schuljahr mit einem eingeschränkten Regelbetrieb starten können. Das Abstandsgebot unter den Schülern werde durch das Kohortenprinzip ersetzt, um einen weitgehend normalen Unterrichtsbetrieb zu gewährleisten, heißt es. So müsse etwa im Unterricht und innerhalb einer festgelegten Gruppe - der Kohorte - kein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Voraussetzung für den eingeschränkten Regelbetrieb sei, dass die Infektionszahlen vergleichsweise niedrig blieben. Sollte es in einer Region zu einem erhöhtem Infektionsgeschehen kommen, entscheide das zuständige Gesundheitsamt über weitere Schritte - etwa den Wechsel von Präsenzunterricht und verpflichtendem "Lernen zu Hause", möglich seien aber auch Schulschließungen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 12.08.2020 | 06:00 Uhr

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