Stand: 25.09.2020 20:56 Uhr

Ermittlungen im Fall "Gorch Fock" ausgeweitet

Die Gorch Fock bei Reparaturarbeiten auf der Elsflether Werft. © NDR Foto: Oliver Gressieker
Die Ermittlungen zur Sanierung der "Gorch Fock" - hier noch auf der Elsflether Werft - werden ausgeweitet.

Die Staatsanwaltschaft Osnabrück hat ihre Ermittlungen im Zusammenhang mit der Sanierung des Marineschulschiffs "Gorch Fock" stark ausgeweitet. Mittlerweile gebe es 105 Ermittlungsverfahren, sagte Behördensprecher Christian Bagung am Freitag. Zuvor hatte das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" über die Ausweitung berichtet.

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Kosten steigen auf 135 Millionen Euro

Es geht in den Verfahren um Korruption, Betrug und Untreue im Umfeld der Elsflether Werft, die bis 2019 den Auftrag zur Generalüberholung des Segelschiffs hatte. Im Februar 2019 meldete das Unternehmen Insolvenz an. Die Kosten der Sanierung sind von zunächst geplanten 10 Millionen Euro auf 135 Millionen Euro gestiegen. Die Zahl der Verfahren sei nicht gleich der Zahl der Beschuldigten, sagte Bagung der Deutschen Presse-Agentur. So gebe es auch Verfahren mit mehreren Beschuldigten.

Ermittlungen auch gegen Zulieferer

Dem "Spiegel"-Bericht zufolge wird auch gegen Besatzungsmitglieder eines weiteren Marineschiffs ermittelt. Sie sollen von der Elsflether Werft technische Geräte wie Handys, Laptops und Fernseher angenommen haben. Bagung bestätigte auch diese Vorwürfe. Ein Teil der Verfahren betreffe Zulieferfirmen, die überhöhte Rechnungen ausgestellt haben sollen. Die Bundeswehr schätzt diesen Schaden bei der "Gorch Fock" auf etwa 16 Millionen Euro.

Fertigstellung im Mai 2021

Die "Gorch Fock" liegt mittlerweile in der Bremer Werft Lürssen. Der Dreimaster, auf dem die Marine ihre Offiziersanwärter ausbildet, soll Ende Mai 2021 wieder den Dienst aufnehmen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 28.09.2020 | 06:30 Uhr

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