Umweltminister Olaf Lies.

Endlagersuche: Lies hält Zeitplan für "sehr ambitioniert"

Stand: 16.07.2021 10:07 Uhr

Bis 2031 will Deutschland einen Atommüll-Endlager-Standort gefunden haben - Umweltminister Lies spricht von einem "sehr ambitionierten" Zeitplan. Einen Standort in Niedersachsen hält er für möglich.

Trotz der relativ kurzen Zeitspanne von zehn Jahren warnte Olaf Lies (SPD) in einem Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ) davor, sich schon jetzt von dem Plan zu verabschieden. "Wir haben schließlich auch eine Verantwortung gegenüber nachfolgenden Generationen und den Standorten der Kernkraftwerke", sagte der niedersächsische Umweltminister. In den Zwischenlagern stehe hoch radioaktiver Abfall, für den dringend ein sicheres Endlager benötigt werde. Dieses soll den Plänen zufolge bis 2050 fertiggestellt sein.

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Dass die Standortwahl auf Niedersachsen fällt, hält Lies nicht für unmöglich. Die Wirtsgesteine Ton, Salz und Granit kämen alle in Niedersachsen vor. "Es wäre aber völlig verfrüht zu sagen, dass die Wahrscheinlichkeit, Endlager-Standort zu werden, in dem einen Bundesland größer ist als in dem anderen", sagte der Minister der NOZ. Maßgeblich sei nicht die Frage nach dem Bundesland, sondern nach dem sichersten Standort. Lies kritisierte Bayern und Sachsen, die ein Endlager in ihrem Bundesland ablehnen. "Wir suchen ein Endlager mit einer Sicherheit für eine Million Jahre, und da kann und wird die Suche nicht an Bundesland-Grenzen haltmachen."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 16.07.2021 | 06:00 Uhr

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