Stand: 15.01.2020 08:14 Uhr

Endlager: Lies informiert sich in Frankreich

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) ist heute in Frankreich, um sich über den dortigen Umgang mit Atommüll zu informieren. Geplant ist die Besichtigung eines Untertagelabors in Bure und einer Endlagerstätte für schwach- und mittelradioaktive Abfälle im Tongestein. Hintergrund ist die Suche nach einem Endlager-Standort in Deutschland. Im Herbst sollen erste Regionen benannt werden, die dafür in Frage kommen.

Niedersachsen pocht auf ergebnisoffene Standortsuche

Wie NDR 1 Niedersachsen berichtet, will Lies verhindern, dass Niedersachsen wieder als Ort für ein Atommüll-Endlager in den Mittelpunkt rückt. Aufgeschreckt hätten ihn entsprechende Äußerungen von Spitzenpolitikern aus Bayern, Thüringen, Sachsen oder Mecklenburg-Vorpommern, wonach diese Bundesländer nicht als Standorte geeignet seien, bevor das wissenschaftlich untersucht wurde. Jahrzehntelang war der Salzstock in Gorleben (Landkreis Lüchow-Dannenberg) als Endlager im Gespräch. Seit 2017 erstreckt sich die Standortsuche auf das gesamte Bundesgebiet - ergebnisoffen, wie es heißt.

Lies rechnet mit Streit zwischen Bundesländern

Lies fordert, dass nicht nur Salzstöcke berücksichtigt, sondern auch andere Gesteinsarten untersucht werden. Im vergangenen Jahr hatte Lies deshalb bereits in Finnland ein Endlager für radioaktiven Müll in kristallinem Gestein besucht. In Frankreich will er sich die Endlagerung in Ton anschauen. Es gehe darum, alle Gesteinsarten objektiv miteinander zu vergleichen, um den besten Standort für ein Atommüll-Endlager festzulegen, sagte Lies. Mit Streit zwischen den Bundesländern rechnet der Umweltminister trotzdem. Dieser werde beginnen, wenn im Herbst die ersten möglichen Regionen festgelegt werden. Schließlich wolle niemand ein Endlager vor der Tür haben wollen.

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Bergarbeiter untersuchen einen Riss im Salzstock Gorleben. © dpa Bildfunk Foto: Sören Stache

Lies glaubt nicht an Endlager in Gorleben

Niedersachsens Umweltminister hält es für unwahrscheinlich, dass Gorleben als Atommüll-Endlager ausgewählt werden wird. Granitgestein etwa sei besser geeignet als ein Salzstock. (31.05.2019) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 15.01.2020 | 08:00 Uhr

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