Ein Mann trägt am Kröpcke in Hannover eine Mund-Nasen-Bedeckung. © dpa-Bildfunk Foto: Hauke-Christian Dittrich

Ein Jahr Corona in Niedersachsen: Vom ersten Fall zum Alltag

Stand: 28.02.2021 17:16 Uhr

Mit einer Krise diesen Ausmaßes hatte im Februar 2020 niemand gerechnet, als der erste Corona-Fall in Niedersachsen bekannt wurde.

Am 29. Februar 2020 wird der erste Corona-Fall im Land bestätigt. Betroffen ist ein 68-jähriger Mann aus Uetze bei Hannover - mittlerweile genesen. Er war der erste von mittlerweile mehr als 160.000 Infizierten allein in Niedersachsen. Noch immer ist ein Ende der Krise nicht absehbar.

Erster Fall in China

Ein kurzer Rückblick: Ende Dezember 2019 wird in China eine Atemwegserkrankung diagnostiziert, die zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal einen Namen hat. Das Virus breitet sich aus; Ende Januar 2020 wird der erste Fall in Deutschland, genauer: in Bayern, registriert. Seit 11. Februar hat das Virus einen Namen: Covid-19 heißt die Krankheit - hervorgerufen durch ein neuartiges Coronavirus.

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Corona-Diagnose nach der Italien-Reise

Zurück nach Uetze: Der 68-Jährige, zunächst der einzige Coronavirus-Fall in Niedersachsen, war zuvor auf einer Busreise in Norditalien gewesen. Nach seiner Rückkehr am 24. Februar klagt er über Beschwerden und ruft einen Arzt an. Der Mediziner nimmt bei einem Hausbesuch einen Abstrich und schickt diesen ein. Anschließend steht die Diagnose fest.

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Überall Masken - nirgends Toilettenpapier

Nach und nach werden auch aus anderen Teilen des Landes Fälle gemeldet. Die Infektionszahlen steigen. Der Alltag ändert sich - drastischer als es zunächst vorstellbar scheint. Atemschutzmasken werden zum unverzichtbaren Begleiter, zunächst oft selbstgemacht, später professionelle sogenannte FFP2-Masken. Hamsterkäufe sorgen für Engpässe: Phasenweise wird Toilettenpapier zu Mangelware.

Alles dicht - zumindest fast

Das soziale Leben wird mehr und mehr eingeschränkt. Kontakte sind über große Zeiträume nur noch begrenzt möglich, die meisten Geschäfte und Einrichtungen wie Bars, Kaufhäuser und Kinos schließen. Teilweise werden sogar nächtliche Ausgangssperren verhängt. Zwar klart sich die Lage im Sommer etwas auf, doch im Herbst bricht die befürchtete Zweite Welle über Deutschland und Niedersachsen herein.

Inzidenzwert und Protestkundgebungen

Neue Worte ziehen in den Sprachgebrauch ein. Der "Inzidenzwert" etwa oder auch die "Sieben-Tages-Inzidenz". Dahinter verbirgt sich nichts anderes als die Zahl der infizierten Personen in einer Woche bezogen auf 100.000 Einwohner einer Region. Vermehrt steigt der Unmut über die sogenannten Corona-Regeln: Es kommt zu Demonstrationen und Protestkundgebungen - auch in Niedersachsen.

Die wirtschaftliche Not steigt

Der Unmut rührt oft aus wirtschaftlichen Notlagen. Viele Menschen sind direkt betroffen, Betriebe und Unternehmer in Niedersachsen und in der ganzen Bundesrepublik leiden unter den wochenlangen Zwangsschließungen. Erschwerend hinzu kommt, dass es zwar finanzielle Unterstützungsangebote gibt - das System zwischen Überbrückungshilfe I bis III, November- und Dezemberhilfen aber so undurchschaubar erscheint, dass sich die Betroffenen oftmals im Stich gelassen fühlen.

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Kein Ende in Sicht

Ein Ende der Pandemie ist auch ein Jahr nach dem ersten Fall in Niedersachsen nicht absehbar. Am 1. März öffnen zwar die Friseure wieder, weitere Lockerungen gibt es aber frühestens nach der nächsten Bund-Länder-Runde am 3. März. Voraussetzung hierfür sollte eigentlich ein Inzidenzwert unter 35 sein. Niedersachsen erwägt derzeit bereits bei einem Wert unter 50 die nächsten Lockerungen für private Treffen, Geschäfte, Restaurants, Schulen und Kitas.

Weil für mehr Freiheit und mehr Sicherheit zugleich

"Ein Jahr Corona-Pandemie in Niedersachsen - auf dieses Jubiläum hätten wir alle sehr gut verzichten können", sagte Ministerpräsident Stephan Weil am Sonntag. Die Schäden seien noch nicht abzuschätzen. Zahlreiche Menschen seien inzwischen "zermürbt". In der andauernden Krise sieht Weil aber auch Zeichen der Hoffnung: "Die Zahl der Menschen, die infolge der Erkrankung sterben, gehen vor allem aufgrund der Impfungen in Alten- und Pflegeheimen zurück. In den nächsten Wochen und Monaten dürfte es beim Impfen weiter spürbar vorwärts gehen." Neue Schnelltests böten zusätzliche Möglichkeiten, die Pandemie einzudämmen. Zum Bund-Länder-Treffen am Mittwoch sagte Weil, es müsse "darum gehen, gleichermaßen mehr Freiheit und mehr Sicherheit zu schaffen".

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Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 28.02.2021 | 19:30 Uhr

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