Stand: 07.09.2020 06:50 Uhr

EU-Mittel: Millionen für Niedersachsens Dörfer

Euro-Scheine © dpa Foto: Michael Rosenfeld
Seit 2014 sind etwa 220 Millionen Euro an EU-Zuschüssen nach Niedersachsen geflossen, um Dörfer vor dem Aussterben zu retten (Themenbild).

In vielen Dörfern sieht es zwar idyllisch aus, aber es fehlt häufig an Grundsätzlichem - von der ÖPNV-Anbindung über Einkaufsmöglichkeiten bis zum verlässlichen Mobilfunknetz. In der Folge kämpfen viele Dörfer mit der Landflucht, werden nach und nach verlassen, bis ein ganzes Dorf sterben kann. Neben Kommunen, Land und Bund versucht auch die Europäische Union (EU) gegenzusteuern. Von den diversen Fördertöpfen der EU profitieren Niedersachsens Dörfer dabei stark. Wie NDR 1 Niedersachsen berichtet, sind seit dem Jahr 2014 etwa 220 Millionen Euro an EU-Zuschüssen nach Niedersachsen geflossen, um Dörfer zu retten. Das geht aus Daten des Ministeriums für Bundes- und Europaangelegenheiten in Hannover hervor, die dem NDR vorliegen.

Von Bürgerbussen über Wanderwege zu neuen Ortskernen

Mit dem Geld entstanden Dorfgemeinschaftshäuser, neue Ortskerne oder Tagespflege-Angebote für alte und kranke Menschen. Auch wurden mithilfe der EU-Mittel Bürgerbusse angeschafft, Wanderwege eingerichtet und Dorfläden aufgemacht. Oft erfolgt die Unterstützung aus mehreren Töpfen. So etwa in Kirchboitzen im Heidekreis: Dort baut die Dorfgemeinschaft auf eigene Faust ein Geschäftshaus, um den Bäcker und die Sparkasse vor Ort zu halten. Neben der EU geben dort auch die Kommune, der Landkreis und das Land Niedersachsen Geld dazu, um das 600.000-Euro-Projekt zu stemmen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 07.09.2020 | 08:00 Uhr

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