Stand: 04.04.2019 10:04 Uhr

E-Tretroller: Kommunen sehen Zulassung gelassen

Elektro-Tretroller könnten bald auch auf Niedersachsens Gehwegen, Radwegen und Straßen rollen.

Tretroller sind beliebt - sowohl bei Kindern und Jugendlichen wie auch bei Erwachsenen. Künftig könnten die Scooter auch mit Elektroantrieb über Gehwege, Radwege und Straßen rollen. Über eine entsprechende Entscheidung des Bundeskabinetts vom Mittwoch muss Mitte Mai noch der Bundesrat abstimmen. Demnach sollen Roller mit einer Geschwindigkeit bis zu zwölf Kilometern pro Stunde auf dem Gehweg fahren und jene mit Geschwindigkeit von bis zu 20 Kilometern pro Stunde auf dem Radweg. In Niedersachsen würden viele Kommunen die Zulassung der E-Tretroller begrüßen. Das hat eine Anfrage von NDR 1 Niedersachsen in den größten Städten des Landes ergeben.

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Osnabrück verhandelt über Miet-Tretroller

Mit den elektrischen Tretrollern werde es einen noch breiteren Verkehrsmix geben, sagte der Osnabrücker Stadtbaurat Frank Otte. Viele Fahrten mit dem Auto könnten durch die Roller wegfallen, meint er. Er hat auch schon erste Termine mit Herstellern gemacht, die dann Miet-Tretroller in Osnabrück verteilen wollen. Doch auf die Kommune kommt auch Arbeit zu: Nun sei es noch wichtiger, Radwege breiter auszubauen, sagte Otte. Zwar seien die Radwege in Osnabrück schon breiter gebaut, aber der Ausbau sei längst nicht abgeschlossen.

Viele Kommunen wollen erst einmal abwarten

Die Stadt Oldenburg sieht ihr Radwegenetz gut für die E-Roller gerüstet. Es gebe schon überdurchschnittlich viel Radverkehr in der Stadt, sagte Stadtsprecher Stephan Onnen. Es bleibe abzuwarten, wie viel Potenzial Elektro-Roller da noch hätten. Auch in Braunschweig will man erst einmal abwarten, wie sich die Nutzung entwickelt. Ähnliches ist auch aus Hannover zu hören. Stadtsprecher Dennis Dix wies darauf hin, dass der Bundesrat noch über die Zulassung entscheiden müsse. Wenn dies geschehen sei, wolle die Stadt sich ein Bild von der Praxis mit den elektrischen Tretrollern machen.

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ADAC lobt Lückenschluss verschiedener Verkehrsmittel

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Niedersachsen ist skeptisch was die Kapazität der Radwege anbelangt. Schon jetzt reichten die vorhandenen Radwege nicht aus, um den Fahrradverkehr abzuwickeln. Da müsse noch mehr Platz geschaffen werden, sonst drohe viel Frust und Ärger, warnt der ADFC. Dort, wo es keine Radwege gibt, sollen die E-Roller auch auf der Straße fahren dürfen. Der ADAC in Niedersachsen sieht darin kein Konfliktpotenzial zwischen Autofahrern und Rollerfahrern. "Es gilt das gleiche, wie für alle Verkehrsteilnehmer: Man muss immer rücksichtsvoll miteinander umgehen", sagte Sprecherin Alexandra Kruse. Sie befürwortet eine Zulassung der E-Roller. Damit schließe sich eine Lücke in der Kombination verschiedener Verkehrsmittel. "Man fährt mit dem Auto zum Bahnhof, mit dem Zug in die Stadt und dann geht es per Elektro-Roller zur Arbeit", so Kruse.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 04.04.2019 | 08:00 Uhr

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