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Dunkelfeldstudie: Nimmt häusliche Gewalt im Lockdown zu?

Stand: 08.03.2021 15:40 Uhr

Niedersachsen erforscht zum vierten Mal das sogenannte Dunkelfeld der Kriminalität im Land. Rund 40.000 Bürgerinnen und Bürgerinnen und Bürger sollen an der Umfrage teilnehmen.

Das Landeskriminalamt Niedersachsen (LKA) wird in den kommenden Tagen die ersten Briefe an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer verschicken, wie das niedersächsische Innenministerium am Montag mitteilte. In Zusammenarbeit mit dem Leibniz Institut für Sozialwissenschaften seien 90 Kommunen nach dem Zufallsprinzip ausgewählt worden, sagte eine LKA-Sprecherin auf Anfrage von NDR.de. Diese Kommunen wiederum suchen ebenfalls nach Zufallsprizip die Bürgerinnen und Bürger aus, die dann vom Ressort Kriminologische Forschung und Statistik (KFS) des LKA Post bekommen.

Kriminalität wirksamer bekämpfen

Das Land erhofft sich aus der Dunkelfeldstudie einen Überblick über bisher nicht angezeigte Übergriffe und Straftaten. So soll Kriminalität wirksamer bekämpft und Prävention zielgerichteter geleistet werden, heißt es in der Mitteilung. "Unsere Polizei kann nur dann frühzeitig gegensteuern, wenn ihr ein möglichst umfassendes Bild über die Kriminalität in Niedersachsen vorliegt", sagte Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD). Dazu sei es wichtig herauszufinden, warum gewisse Straftaten nicht zur Anzeige gebracht würden. Laut LKA-Präsident Friedo de Vries seien Angst und Scham zwei von mehreren Gründen, warum Opfer nicht zur Polizei gingen.

Häusliche Gewalt wird selten angezeigt

Bei einer dieser Straftaten, die selten verfolgt werden können, handelt es sich um häusliche Gewalt. Darauf soll in dieser anonymen Umfrage ein Schwerpunkt liegen. "Wir wissen, dass nur sehr wenige Taten von den Betroffenen angezeigt werden. Gerade im Lockdown müssen wir aber wissen, ob es hier Zunahmen gibt und wie wir weiter gegensteuern und den Personen helfen können, die unter gewalttätigen Partnern leiden müssen", sagte Pistorius. Die Umfragen der vergangenen Jahre hätten "viele wertvolle Impulse zur zukünftigen Ermittlungs- und Präventionsarbeit innerhalb der Polizei gegeben".

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 08.03.2021 | 16:00 Uhr

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