Stand: 14.02.2019 16:28 Uhr

Dürrehilfe: Reicht das Geld nicht?

So sah es im Sommer 2018 auf vielen Äckern in Niedersachsen aus.

Der trockene, heiße Sommer hat bundesweit viele Landwirte hart getroffen. Auch in Niedersachsen klagten Bauern über Ernteeinbußen. Bund und Länder hatten deshalb Hilfe angekündigt: Die betroffenen Landwirte sollten Geld bekommen und damit die Ernteverluste ausgleichen können. Die dafür bereitgestellten Mittel könnten nun aber deutlich zu knapp bemessen sein. Womöglich muss das Land Niedersachsen noch einmal nachlegen.

Vorauszahlungen reduziert

In Niedersachsen haben rund 4.600 Betriebe einen Antrag auf Unterstützung gestellt. Ausgegangen war man von rund 2.000 niedersächsischen Hilfeempfängern. Wie vielen Anträgen schließlich stattgegeben wird, und ob und in welcher Höhe die Gelder entsprechend aufgestockt werden müssen, ist noch unklar. Bisher sind laut niedersächsischem Landwirtschaftsministerium 788 Anträge vollständig geprüft worden, 5,47 Millionen Euro sind an die Landwirte geflossen (Stand 11. Februar). Ob bei den Betrieben wirklich von einer existenzbedrohlichen Lage zu sprechen ist, kann laut Ministerium erst ab Mitte 2019 festgestellt werden, wenn die jeweiligen Jahresabrechnungen vorliegen. Durch die Abschlagszahlungen in Höhe von 40 Prozent sollen die Landwirte nicht ganz so lange auf Unterstützung warten müssen.

Abschlagszahlung korrigiert?

Das Magazin "Rundblick" (Dienstagsausgabe) hatte berichtet, dass die Abschlagszahlung von zunächst 70 Prozent auf 40 Prozent nach unten korrigiert werden musste. Dies wollte das niedersächsische Landwirtschaftsministerium auf NDR Nachfrage allerdings nicht bestätigen. Grundsätzlich sei es aber "zutreffend, dass ein höherer Abschlag theoretisch möglich gewesen wäre, wenn weniger Anträge eingereicht worden wären." Die Dürrehilfe greift bei Schäden zwischen 2.500 und 500.000 Euro, im Durchschnitt war laut "Rundblick" mit einem Schaden von 40.000 Euro je Betrieb gerechnet worden.

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Niedersachsen muss zahlen

Die Landwirte dürften nicht in allen Ländern gleich stark von der Dürreperiode betroffen sein. Wenn einige Bundesländer ihren Anteil nicht vollständig aufbrauchen, könnte eine Lösung darin bestehen, das vorhandene Geld umzuverteilen. Dies hat der Bund nach Angaben des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums bereits in Aussicht gestellt. Darüber müssten sich dann Agrarministerium und Finanzministerium einigen. Selbst wenn das überschüssige Geld aus anderen Ländern nach Niedersachsen flösse, ist die Auszahlung damit noch nicht gesichert. Denn die Hilfe läuft zu gleichen Teilen aus Bundes- und Landeskasse. Ob Niedersachsen bereit ist, diese Mittel aufzubringen, diese Entscheidung liegt dann bei der Landesregierung. Derzeit stehen in Niedersachsen 35,6 Millionen Euro für die Dürrehilfe zur Verfügung.

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