Stand: 01.08.2018 07:43 Uhr

Dürre: Landvolk fordert Ausrufung des Notstands

Während Bund und Länder am Dienstag in Berlin über das Ausmaß der Dürre-Schäden beraten haben, fordert das Landvolk Niedersachsen unter anderem die Ausrufung des Notstands durch die Politik. Das wäre nach Angaben von Sprecherin Gabi von der Brelie die Voraussetzung für finanzielle Soforthilfen für Landwirte. Der Bauernverband präsentierte nach dem weitgehenden Abschluss der Getreideernte am Dienstag in Hannover alarmierende Zahlen: Bei Kartoffeln und Zuckerrüben werde mit Ernteinbußen zwischen 25 und 50 Prozent, bei Getreide bis zu 35 Prozent gerechnet, sagte Landvolkpräsident Albert Schulte to Brinke. Zudem fehle es akut an Grünfutter für Tierhalter. Landvolk-Sprecherin von der Brelie geht von Verlusten von weit über einer Milliarde Euro aus - mit steigender Tendenz wegen der anhaltenden Hitze.

Eine Kiste nicht halb voll mit Kartoffeln.

Dürreschäden bedrohen Existenz einzelner Bauern

Hallo Niedersachsen -

Die Ernteverluste durch Hitze und Trockenheit sind bei vielen Landwirten immens. Für einzelne Höfe ist das mittlerweile existenzgefährdend. NDR Reporter Carsten Wagner berichtet aus Elze.

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Keine Soforthilfe in Sicht

Das Landvolk fordert daher finanzielle Erleichterungen und die Freigabe von 200.000 Hektar Ackerland. Ackerland, das eigentlich geschont werden soll. An die Verbraucher appelliert der Bauernverband, sich solidarisch zu zeigen und trotz höherer Preise Regional-Produkte zu kaufen, hieß es vom Landvolk. Zumindest von der Politik ist eine schnelle finanzielle Unterstützung nach Informationen von NDR 1 Niedersachsen jedoch nicht zu erwarten. Das Land Niedersachsen will zwar die regelmäßigen EU-Zahlungen an die Bauern, die sogenannten Direktzahlungen, so früh wie möglich an die Bauern überweisen, heißt es aus dem Agrarministerium. Rechtssicher sei das aber erst Anfang Dezember möglich. Der Grund: Um das Geld zu bekommen, müssten entsprechende Grundlagen überprüft werden - und das gehe teilweise erst im Oktober, heißt es. Eine Soforthilfe für Landwirte ist in der Form also nicht zu erwarten.

Kommentar
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Dürre ist Chance für neue Landwirtschaftspolitik

NDR Info

Der Deutsche Bauernverband fordert eine Milliarde Nothilfe, um die Dürreverluste auszugleichen. Die Agrarförderung muss klimafreundlicher werden, sagt Matthias Reiche in seinem Kommentar. mehr

"Dürre-Schäden sind massiv"

"Das ist ein ganz bitteres Jahr für die Landwirte", sagte Niedersachsens Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) nach den Beratungen von Bund und Ländern über Hilfen für Bauern in Berlin. "Auch wenn die Ernte noch nicht vollständig eingebracht ist, steht fest, dass die Schäden durch die Dürre in Niedersachsen massiv sind." Vielerorts seien die Felder vertrocknet, das Getreide verkümmert, das Futter für die Tiere werde. Das Arbeitstreffen in Berlin sei ein wichtiger Schritt für Bund und Länder gewesen, um einen ersten Überblick zu erhalten, so Otte-Kinast. "Bund und Länder werden nach Vorlage des Ernteberichtes gemeinsam über das weitere Vorgehen entscheiden." Dieser erscheint Ende August. Der Parlamentarische Staatssekretär Michael Stübgen sagte, dass die Bundesregierung für Dürrehilfen an die Landwirte so schnell wie möglich von den Ländern die notwendigen Daten benötige. Nur dann könne der Bund auch schnell handeln.

Weitere Informationen
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Dürre-Gipfel: Welche Hilfe für die Bauern?

Bund und Länder wollen sich einen Eindruck über das Ausmaß der Schäden für die Bauern verschaffen. Zusagen über finanzielle Hilfen sind nicht zu erwarten. Mehr bei tagesschau.de extern

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Bauernverband will eine Milliarde Euro

Der Sommer bringt Landwirte in Not. Deshalb fordert der Bauernverband finanzielle Unterstützung von Bund und Ländern. Die benötigte Summe: eine Milliarde Euro. Mehr unter tagesschau.de. extern

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 31.07.2018 | 12:00 Uhr

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