Stand: 22.08.2018 13:13 Uhr

Erntebilanz: Hohe Einbußen bei Raps- und Getreide

Wochenlang ist in Niedersachsen kaum Niederschlag gefallen. Diese anhaltende Dürreperiode macht sich bei den Ernten bemerkbar - im Vergleich zu 2017 haben die Landwirte mit hohen Einbußen zu kämpfen. Wie das Landesamt für Statistik am Mittwoch mitteilte, fuhren die Bauern nach vorläufigen Berechnungen pro Hektar 22 Prozent weniger Getreide ein. Sie kamen auf 4,7 Millionen Tonnen. Beim Raps gingen die Erträge sogar um 24 Prozent pro Hektar zurück. Doch nicht nur der ausbleibende Regen ist Grund für die Einbußen: Auch wurden weniger Flächen bewirtschaftet. Bei Getreide schrumpften die Flächen um sechs, bei Raps um 18 Prozent.

Lüneburg und Vechta stark betroffen

Besonders betroffen von den Dürreschäden waren die Region um Lüneburg, Landkreise in Küstennähe sowie der Landkreis Vechta, so das Landesamt. Hier hätten nicht nur Niederschläge gefehlt. Der Boden dort könne Wasser auch nicht gut speichern. Die Folge: Einbußen von 30 bis 40 Prozent beim Getreide.

Ein Mähdrescher fährt über ein trockendes Feld.

Wie schlecht war die Ernte wirklich?

Hallo Niedersachsen -

Die Dürre hat den Bauern schwer zu schaffen gemacht. Nach Angaben des Landesamts für Statistik ging der Ertrag bei Raps um 24 Prozent, bei Getreide um 22 Prozent zurück.

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Einbußen in Hannover und Braunschweig geringer

In den Regionen Hannover und Braunschweig verzeichnete das Landesamt dagegen nur ein Minus von 15 bis 20 Prozent. Grund hierfür sei, dass der Boden Wasser besser speichern könne. Dadurch seien die ausbleibenden Niederschläge nicht so stark ins Gewicht gefallen. In der Grafschaft Bentheim sowie in den Landkreisen Emsland und Leer sei die Ernte auf Vorjahresniveau geblieben. Hier habe es einige Gewitterschauer gegeben, hieß es.

Nothilfen von Bund und Ländern

Angesichts der deutschlandweiten Ernteeinbußen will die Bundesregierung staatliche Nothilfen in Höhe von 340 Millionen Euro freigeben. Es handele sich um Schäden "nationalen Ausmaßes". Deshalb wolle die Regierung den Landwirten 150 bis 170 Millionen Euro zur Verfügung stellen, sagte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU). Den Restbetrag sollen die Länder übernehmen.

Weitere Informationen

Faktor Zufall: So entsteht die Erntebilanz

Der Bund will dürregeplagte Landwirte mit bis zu 170 Millionen Euro unterstützen. Grundlage der Entscheidung ist der Erntebericht. Dieser wird nach einem ausgeklügelten System erstellt, in dem der Zufall eine große Rolle spielt. (22.08.2018) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 22.08.2018 | 12:00 Uhr

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