Stand: 17.02.2020 11:34 Uhr

Drei Wochen früher: Kröten wandern bereits

Eine Kröte auf einer Straße, im Hintergrund ein Pkw.  Foto: Patrick Pleul
Die Kröten, Frösche und Molche müssen auf ihrem Weg zu den Laichgebieten vielerorts auch Straßen überqueren. (Themenbild)

Drei Wochen früher als eigentlich üblich haben sich in Niedersachsen die ersten Amphibien auf den Weg zu ihren Laichplätzen begeben. Grasfrösche, Teich- und Bergmolche sowie Erdkröten sind im Landkreis Vechta nach Angaben des dortigen Naturschutzbunds (NABU) bereits unterwegs zu den Teichen, in denen sie einst selbst geschlüpft sind. Auch in anderen Teilen Niedersachsens machten sich die Tiere auf den Weg, sagte der NABU-Kreisvorsitzende Ludger Frye. Dass die Amphibienwanderung bereits jetzt begonnen habe, müsse auch vor dem Hintergrund des Klimawandels betrachtet werden, so Frye.

Milde Nächte, leichter Regen - ideale Bedingungen

Nach Angaben des NABU kehren viele Amphibienarten zur Fortpflanzung in ihre Geburtsgewässer zurück. Vor allem in milden, leicht verregneten Nächten erwachen die Amphibien laut NABU aus ihrer Winterstarre und verlassen ihre Quartiere in Hecken, Kiesgruben, Wäldern oder Gärten. Über mehrere Tage verteilt legen sie hauptsächlich bei Dunkelheit Strecken zwischen einigen Hundert Metern und zwei Kilometern zu ihren Laichgewässern zurück. Große Laichgewässer sind in Niedersachsen das Steinhuder Meer in der Region Hannover und der Dümmer im Landkreis Diepholz. Dort gehen die Amphibien dann auf Paarungssuche. An neuralgischen Punkten stellen Natur- und Tierschützer jedes Jahr Krötenzäune auf. Die sollen die Tiere davon abhalten, die Straßen zu überqueren und womöglich überfahren zu werden.

NABU ruft Autofahrer zur Rücksichtnahme auf

Weil die Naturschützer nicht genug Helfer haben, die die Tiere über die Straßen tragen, können nicht an allen Wanderstellen Schutzzäune errichtet werden. Deshalb bittet der NABU Autofahrer um Rücksicht. Denn die Tiere sterben nach Angaben der Naturschützer nicht nur dadurch, dass sie von Autoreifen überrollt werden, sondern bei hohen Geschwindigkeiten auch durch den Strömungsdruck auf der Fahrbahn. Wo Amphibienwanderungsschilder aufgestellt seien, sollten Autofahrer deshalb nicht schneller als Tempo 30 fahren, so die Naturschützer.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 18.02.2020 | 09:00 Uhr

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