Ein Virus schwebt vor einer Menschenmenge (Fotomontage) © panthermedia, fotolia Foto: Christian Müller

Discounter startet Verkauf von Corona-Schnelltests

Stand: 06.03.2021 13:32 Uhr

Aldi Nord hat am Morgen mit dem Verkauf von Corona-Schnelltests für den privaten Gebrauch begonnen. Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) begrüßt den Schritt.

Der Discounter bietet eine Fünfer-Packung zum Preis von 25 Euro an. Pro Kunde wird nur eine Packung ausgegeben. Vielerorts sind die Test bereits vergriffen. Die Möglichkeit, sich selbst einen Schnelltest zu kaufen, begrüßte der KV-Sprecher Thorsten Kleinschmidt gegenüber NDR 1 Niedersachsen. Das sei besser, als auf die angekündigten kostenlosen Tests bei Hausärzten zu warten, die noch gar nicht möglich seien. Die Schnelltests seien sehr einfach zu handhaben und ausreichend zuverlässig, so Kleinschmidt. Trotzdem sollte bei einem positiven Ergebnis sicherheitshalber zusätzlich noch ein PCR-Test gemacht werden.

Hersteller: Ergebnis zu 96 Prozent sicher

Zahlreiche Kunden warten auf die Öffnung einer Filiale von Aldi in Hannover. © dpa-Bildfunk Foto: Hauke-Christian Dittrich
Bei vielen Aldi-Filialen - so wie hier in Hannover-Bult - herrschte am Morgen großer Andrang.

Mit dem Discounter-Schnelltest kann sich nach Angaben des Herstellers aus Rheinland-Pfalz jeder zu Hause innerhalb von 15 Minuten selbst testen. Dazu muss ein Stäbchen zwei Zentimeter tief in die Nase gesteckt, gedreht und anschließend in eine beiliegende Lösung getaucht werden. Drei Tropfen davon kommen auf einen Teststreifen, nach 15 Minuten zeigt der Test ein Ergebnis an. Dieses soll laut Hersteller zu 96 Prozent korrekt sein.

Laborärzte waren vor Schnelltests

Der Berufsverband der Laborärzte warnt allerdings: Die Schnell- und Selbsttests seien zu ungenau. In Nachbarländern, wo mit Schnelltests den Mutationen begegnet werden sollte, stiegen aktuell die Infektionszahlen wieder. Außerdem böten die Tests nur eine Momentaufnahme und daher keine Sicherheit, sagte der Verbandsvorsitzende Andreas Bobrowski. Dennoch wollen auch andere Drogerieketten und Supermärkte ab der kommenden Woche ähnliche Schnelltests anbieten.

Gefahr von falsch positiven Ergebnisse

Uwe Groß vom Institut für Medizinische Mikrobiologie an der Universitätsmedizin Göttingen hat ebenfalls große Zweifel an der Zuverlässigkeit der Schnelltests. Die meisten unabhängigen Untersuchungen würden starke Schwächen bei den Tests zeigen, sagte er in der NDR Nachrichtensendung "Niedersachsen 18.00". Es bestehe unter anderem eine nicht unerhebliche Gefahr von falsch positiven Tests, so Groß. Außerdem habe das Ergebnis immer nur eine Gültigkeit für den jeweiligen Testtag.

Pörksen kündigt flächendeckendes Angebot an

Die Sprecherin der niedersächsischen Staatskanzlei, Anke Pörksen, teilte mit, dass die Landesregierung alles ihr Mögliche tun werde, dass den Bürgerinnen und Bürgern in Niedersachsen flächendeckend Schnelltests angeboten werden können. Das Sozialministerium befinde sich bereits in guten Gesprächen mit der Apothekerkammer, so Pörksen. Außerdem sollen weitere eingebunden werden. Sie betonte allerdings, dass weder das Land noch der Bund flächendeckende Schnelltest für die kommende Woche angekündigt hätten. Die Teststrategie solle bis Anfang April schrittweise umgesetzt werden.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 06.03.2021 | 08:00 Uhr

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