Stand: 01.07.2018 15:30 Uhr

Die Sonne brennt, Felder und Moore ebenso

Feuerwehrleute mussten an diesem Wochenende zahlreiche Felder und andere trockene Flächen ablöschen.

Während die einen die Sommersonne am ersten Juli-Wochenende genießen, beschert das Wetter anderen jede Menge Arbeit und Sorgen. Durch mehrere Wochen fast ohne Regen sind die Böden überall so trocken, dass sie beim geringsten Funkenflug in Brand geraten. Vielerorts rückte die Feuerwehr aus, um Stoppelfelder, Moore und andere ausgetrocknete Flächen in der Natur abzulöschen. Teilweise gingen Meldungen im Abstand weniger Minuten ein. Wind sorgte stellenweise dafür, dass sich die Flammen schnell ausbreiteten.

"Feuerwalze" bedroht Wohnhäuser

Rund um Braunschweig hatte die Feuerwehr am Sonnabend acht Einsätze - bei Harxbüttel, auf einem Stoppelfeld in Wendeburg und westlich von Lamme. Dort fachte der Wind die Flammen laut Feuerwehr auf unterschiedlichen Feldern an - und das Feuer näherte sich dem Ort Wedtlenstedt. Die Wohnhäuser mussten vor der "Feuerwalze", wie Einsatzkräfte den Brand beschrieben, geschützt werden. 16 Hektar Ackerfläche waren demnach betroffen. Hoher Schaden entstand am Sonnabend in Dersum (Landkreis Emsland): Laut Polizei geriet aus noch ungeklärter Ursache eine Strohballenpresse in Brand. Auch dort wehte starker Wind und die Flammen breiteten sich schnell auf das Feld und dort liegende Strohballen aus. Die Polizei schätzt den Schaden auf mehrere Zehntausend Euro.

Wetter

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Große Flächen brennen in zahlreichen Orten

Mehrere Flächenbrände gab es am Sonnabend auch im Landkreis Wolfenbüttel. In Quernheim (Landkreis Diepholz) brach ein Feuer auf einem abgemähten Feld aus. In Emsbüren (Landkreis Emsland), Damme (Landkreis Vechta), Achim (Landkreis Verden) und Garrel (Landkreis Cloppenburg) kam es ebenfalls zu Bränden auf ausgetrockneten Äckern und Maisfeldern. In Groß Schwülper (Landkreis Gifhorn) mussten einem Feuerwehrsprecher zufolge am Sonnabend rund 40.000 Quadratmeter Stoppelfeld abgelöscht werden. Ein Stoppelfeldbrand nahe Parsau, ebenfalls im Landkreis Gifhorn, entstand laut Feuerwehr durch einen Mähdrescher - wegen des staubtrockenen Bodens genügt ein Funke, um ein Feuer zu entfachen. Damit müsse man jetzt jeden Tag rechnen, sagte ein Sprecher vor Ort.

Dollbergen: Feuer bei Mäharbeiten

Bereits am Freitag war es in der Nähe des Uetzer Ortsteils Dollbergen (Region Hannover) zu einem Flächenbrand gekommen. Nach Angaben der Feuerwehr wurde ein Feld mit Wintergerste bei Mäharbeiten in Brand gesetzt. Zwar sei der Ursprung des Feuers vermutlich auf einen technischen Defekt an einer Mähmaschine zurückzuführen, hieß es. Aber: "Die Trockenheit spielt extrem mit hinein", sagte der Sprecher der Feuerwehr Uetze, Timo Seffert. "Wir hatten seit eineinhalb Wochen keinen Regen. Das fördert solche Flächenbrände."

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Landwirte beklagen Einbußen bei Getreideernte

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Zusätzliche Belastung für Bauern

Für Landwirte ist das Wetter ohnehin schon eine große Belastung. Die Getreideernte hat deutlich früher starten müssen - und sie ist nicht gut. Massive Ernteausfälle werden befürchtet. Die Landwirtschaftskammer geht etwa bei der Gerste von Einbußen von rund 50 Prozent aus. Brände auf den Äckern stellen ein zusätzliches Ärgernis dar. Doch nicht nur landwirtschaftliche Flächen sind betroffen.

Moorbrand im Emsland sorgt für Sperrung der B401

Auf mehreren Tausend Quadratmetern hat am Sonnabend eine Moorfläche im Bereich Wietmarscher Twist (Landkreis Grafschaft Bentheim) gebrannt. Auch dort trug der Wind dazu bei, dass die Flammen sich schnell ausbreiteten. Am Freitagnachmittag brannte ein Moor zwischen Esterwegen und Hilkenbrook im Landkreis Emsland. Rund 100 Einsatzkräfte mehrerer Wehren löschten die etwa 1.000 Quadratmeter große Fläche. Während des Einsatzes war die Bundesstraße 401 bis in den Abend hinein voll gesperrt.

Fernzüge müssen warten

Im Landkreis Schaumburg verursachte ein Böschungsbrand am Sonnabend Verzögerungen im Zugverkehr. Unter anderem waren einer Sprecherin zufolge zwölf Fernzüge betroffen. Teils seien die Züge umgeleitet worden, teils hätten sie auf der Strecke gewartet. Das Feuer sei nahe Haste ausgebrochen und nach etwa eineinhalb Stunden gelöscht gewesen.

Auch Waldbrandgefahr ist hoch

Niederschlag ist auch weiterhin nicht in Sicht. Die Gefahr von Feuern bleibt deshalb akut - und auch die Waldbrandgefahr ist stellenweise hoch. Am Sonntag galt die höchste Warnstufe in Lüchow, Wittingen-Vorhop und Celle, die zweithöchste Stufe gilt in den kommenden Tagen in mehreren Orten, darunter Soltau, Uelzen, Faßberg, Bergen und Nienburg.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 30.06.2018 | 12:00 Uhr

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