Stand: 29.01.2020 14:12 Uhr

Aus grauer Vorzeit: Die Höhlen von Bad Grund

Eine Reise in die Erd- und Menschheitsgeschichte sowie die faszinierende Welt der Höhlen - das erwartet Besucher in der Nähe des Harz-Städtchens Bad Grund. Das Höhlen-Erlebniszentrum am Iberg ist ein Museum der besonderen Art und besteht aus drei Teilen.

Das Museum am Berg

Ein Mann betrachtet die Nachbildung eines Männerkopfes aus der Bronzezeit. © HöhlenErlebnisZentrum Foto: Günter Jentsch
Diese Nachbildung soll einen der Höhlenbewohner aus der Bronzezeit zeigen.

Der detailgetreue Nachbau der etwa 40 Quadratmeter großen Lichtensteinhöhle ist die Attraktion der Ausstellung. In der Höhle bei Osterode hatten Forscher im Jahr 1980 unter anderem 3.000 Jahre alte Überreste einer Familie gefunden. Wissenschaftler der Universität Göttingen konnten mit Hilfe von DNA-Untersuchungen nachweisen, dass noch heute Nachkommen dieser Menschen in der Region leben. Der Stammbaum reicht über 120 Generationen zurück in die Bronzezeit. Auf Grundlage der DNA-Untersuchungen entstanden mit forensischen Methoden die Nachbildungen der Köpfe dreier Urahnen, die im "Museum am Berg" zu sehen sind.

Das Museum im Berg

Besucher-Stollen im Höhlenerlebniszentrum Bad Grund © HEZ Foto: Günter Jentsch
Der Besucherstollen führt 160 Meter durch den Iberg.

Der 563 Meter hohe Iberg liegt nördlich von Bad Grund im Westharz. Neben natürlichen Höhlen hat der Bergbau viele Hohlräume im Berg hinterlassen. Entstanden ist der Iberg vor 385 Millionen Jahren als Korallenriff in der Südsee. Wie ist er in den Harz gelangt? Wie hat er sich im Laufe der Zeit verändert und wie wurde er genutzt? Das dokumentiert das "Museum im Berg" - ein in den Fels gesprengter 160 Meter langer Stollen. Auf dem Weg durch den Fels lernen Besucher die Geologie des Ibergs kennen und gelangen in das ehemalige Korallenriff.

Die Iberger Tropfsteinhöhle im Höhlenerlebniszentrum

Eine Besuchergruppe in der Iberger Tropfsteinhöhle bei Bad Grund im Harz © HEZ Foto: Karl Johaentges
Unter Tage: Wer die Iberger Tropfsteinhöhle besucht, erhält spannende Einblicke.

Bereits seit 1874 ist die Tropfsteinhöhle für die Öffentlichkeit zugänglich und gehört seitdem zu den am meisten besuchten Sehenswürdigkeiten im Harz. Bei einer etwa halbstündigen Führung, die im Eintrittspreis enthalten ist, können Besucher verschiedene Tropfstein-Formationen bestaunen, die im Verlauf vieler Jahrtausende gewachsen sind. Sie haben ganz unterschiedliche Formen und Farben sowie eigene Namen. Eines der größten Tropfsteingebilde in der konstant acht Grad kalten Höhle ist der "versteinerte Wasserfall".

VIDEO: Winter im Harz - auch ohne Schnee erlebnisreich (10 Min)

Höhlen-Erlebniszentrum Iberger Tropfsteinhöhle

An der Tropfsteinhöhle 1 (B242)
37539 Bad Grund
Telefon (05327) 829-391

Öffnungszeiten und Eintrittspreise siehe Website des Zentrums

Karte: Hier liegt das Höhlenerlebniszentrum Bad Grund
Weitere Informationen
Lampen beleuchten einen Durchgang in der Einhornhöhle in Scharzfeld. © dpa-Bildfunk Foto: Caroline Seidel

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Dieses Thema im Programm:

Nordtour | 01.02.2020 | 18:00 Uhr

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