Stand: 31.10.2017 08:19 Uhr

Die Bäume an der Bahn - die Wurzel allen Übels?

Neuer Monat, altes Bild: Ein schwerer Sturm zieht auf und der Bahnverkehr im Land kommt zum Erliegen. Auch in Niedersachsen krachten jetzt wieder unzählige Bäume auf die Gleise und behinderten so die Zugverbindungen - wie bei Sturmtief "Xavier" vor wenigen Wochen. Nun werden erste Stimmen laut, die die Bahn kritisieren: Die Bäume stünden zu nahe an den Gleisen; der eingehaltene Abstand sei zu gering - vor allem, weil viele Bäume höher sind als dieser. Das sagte ein Sprecher des Fahrgastverbandes Pro Bahn NDR 1 Niedersachsen.

Thema bei Minister-Konferenz

Das private Bahnunternehmen Metronom hat bereits einen Runden Tisch gefordert, um die Lage zu klären. Metronom fordert einen Abstand von 15 Metern von Bäumen zu den Strecken. "Das ist die durchschnittliche Höhe eines Baumes im mittleren Alter", sagt Sprecher Björn Pamperin. So könne ein Baum bei Sturm umkippen, ohne Gleise oder Oberleitungen zu treffen. Bahn, Verkehrs- und Umweltministerium sowie Umweltverbände sollten sich zusammensetzen und besprechen, wie eine derartige Entwicklung in Zukunft verhindert werden kann, sagte Pamperin. Niedersachsens Verkehrsminister Olaf Lies (SPD) kündigte an, bei der kommenden Konferenz der Verkehrsminister im November in Wolfsburg das Thema auf die Tagesordnung zu setzen.

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Umgestürzte Bäume und Hochwasser: Das Sturmtief "Herwart" wütet in Hamburg. Der Hafen ist überschwemmt, in der Stadt sind zahlreiche Bäume umgekippt. Bildergalerie

100 Millionen Euro für "Vegetationsprogramm"

Eine Bahnsprecherin sagte, dass das Unternehmen etwa 100 Millionen Euro pro Jahr in das sogenannte Vegetationsprogramm mit seinen 1.000 Mitarbeitern investiere. Die Pflanzen werden nach Angaben der Bahn zurzeit mindestens sechs Meter links und rechts der Gleise zurückgeschnitten. Damit würden die Anforderungen der Eisenbahn-Betriebsordnung erfüllt, so die Sprecherin weiter. In "problematischen Zonen" würden breitere Schneisen geschlagen - hierfür stünden weitere 16 Millionen Euro bereit.

Nicht alle Wälder in Bahn-Besitz

Pro Bahn fordert nun, Bäume und Sträucher entlang der Hauptstrecken besser zu beschneiden. Früher seien die den Gleisen am nächsten stehenden Bäume kurz gehalten worden, damit sie nicht auf die Schienen fallen und dahinter stehende Bäume bei einem Unwetter auffangen konnten. Notfalls sei auch der Gesetzgeber gefordert. Problematisch für die Bahn: Längst nicht alle Wälder an den Gleisen sind in ihrem Besitz. Daher muss sich das Unternehmen mit Kommunen oder Privatpersonen einigen.

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Freie Fahrt auf allen Bahnstrecken

Sturmtief "Herwart" hat mit Orkanböen von bis zu 140 Kilometern pro Stunde über dem Norden getobt. Mindestens drei Menschen starben. Im Bahnverkehr gibt es noch bis morgen Probleme. (30.10.2017) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 30.10.2017 | 16:00 Uhr

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