Drei aufgezogene Impfspritzen mit dem Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer sind in einer Praxis für Allgemeinmedizin in Hamburg-Volksdorf zu sehen. © picture alliance/dpa Foto: Christian Charisius

Diagnose-Schlüssel: Hunderttausende erhalten Impf-Einladung

Stand: 20.04.2021 13:26 Uhr

In Niedersachsen erhalten derzeit Menschen eine Impf-Einladung - für viele unerwartet. Dabei haben Ärzte bei ihnen irgendwann einmal eine Diagnose gestellt, die sie nun zur Impfung berechtigt.

Mehrere Hunderttausend Versicherte in Niedersachsen dürften das Schreiben des Gesundheitsministeriums bekommen haben, schätzt der Sprecher des Verbandes der Ersatzkassen Hanno Kummer. Allein die AOK Niedersachsen hat rund 500.000 Schreiben verschickt, wie Sprecherin Ulrike Serbent dem NDR Niedersachsen sagte. Dass bereits Geimpfte einen Brief bekämen, lasse sich erklären, sagte Kummer dem NDR: Die Adressen würden automatisiert über die Abrechnungsdaten ermittelt - die kostenlose Covid-Impfung tauche dabei nicht auf. AOK-Sprecherin Serbent betonte, dass auch ein Anfangsverdacht, beispielsweise auf schlechte Leberwerte, in den Diagnose-Schlüsseln auftauchen könne - selbst, wenn der sich hinterher nicht bestätige.

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Ärzteverband rät, zum Impfzentrum zu gehen

2.800 verschiedene dieser Schlüssel berechtigen laut Serbent derzeit zur Covid-Impfung. Demnach führten nach der Impfverordnung des Bundes nicht nur schwerste Erkrankungen zu einer bevorzugten Impfberechtigung, sondern auch sogenannte Volkskrankheiten, an denen Millionen Menschen litten. Das niedersächsische Gesundheitsministerium betont: Wer einen solchen Brief bekommen hat, sei auch impfberechtigt und könne sich um einen Termin bemühen. Verpflichtet sei jedoch niemand. Das Land weist außerdem darauf hin, dass der Impfstoff weiterhin begrenzt sei, die niedergelassenen Ärzte legen deshalb die Impf-Reihenfolge selbst fest. Und von dort heißt es gegenüber dem NDR, dass in den Praxen streng nach gefährdeten Gruppen geimpft werde, also vorzugsweise ältere und akut gefährdete Menschen. Die Kassenärztliche Vereinigung rät deshalb dazu, mit so einem Brief zum Impfzentrum zu gehen. Das Land selbst ruft dazu auf, mit der Impfung noch zu warten, sollte keine schwere Vorerkrankung vorliegen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 20.04.2021 | 12:00 Uhr

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