Stand: 25.01.2019 10:42 Uhr

Defekte Heizungen: Wieder fällt die Schule aus

Seit Wochen melden Schulen in Niedersachsen fast täglich Unterrichtsausfälle, weil die Technik streikt. Am Freitag setzte sich die Reihe fort: Betroffen sind diesmal zwei benachbarte Berufsschulen in Hildesheim. Wegen kaputter Heizungen muss der Unterricht an der Herman-Nohl-Schule und Walter-Gropius-Schule ausfallen, teilte der Landkreis Hildesheim mit. Betroffen davon sind insgesamt etwa 2.800 Schüler.

Tonne sieht kein flächendeckendes Problem

Erst am Donnerstag hatte der Landeselternrat Niedersachsen sich über zahlreiche Unterrichtsausfälle aufgrund defekter Heizungen beklagt und den Kommunen mangelnde Investitionen vorgeworfen. Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) sieht dagegen kein flächendeckendes Problem. Es gebe keine Hinweise darauf, dass Unterricht wegen kaputter Heizungen in größerem Umfang ausfalle, sagte Tonne am Donnerstag. Angesichts von landesweit etwa 2.800 Schulen handele es sich um Einzelfälle, sagte der Minister.

Keine landesweite Statistik

Vor dem aktuellen Fall in Hildesheim waren Schulen in Alfeld, Bad Bederkesa, Deutsch Evern, Göttingen und Langenhagen betroffen, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet. Eine landesweite Statistik über Schulausfälle aufgrund defekter Heizungen gibt es nicht. Dem für die Schulen zuständigen Dezernenten der Landesschulbehörde würden die Ausfälle zwar gemeldet, sie würden aber nicht zentral erfasst, sagte ein Behördensprecher.

Städte- und Gemeindebund: Vergaberecht behindert Wartungen

Dass es zu Schulausfällen wegen kaputter Heizungen kommt, ist auch Thorsten Bullerdiek vom Niedersächsischen Städte- und Gemeindebund bekannt. Den Vorwurf des Landeselternrates, dass Kommunen die Wartung wegen knapper Etats hinauszögerten, weist Bullerdiek zurück. Aus seiner Sicht ist das Vergaberecht der öffentlichen Hand das Problem, das es schwer mache, Handwerker zu bekommen. Derzeit würden Veränderungen des Vergaberechts im Landtag diskutiert, so Bullerdiek.

Landeselternrat fordert mehr Engagement von Schulträgern

Diesen Einwand lässt der Landeselternrat indes nicht gelten. Er sei nur "vorgeschoben", sagt Finke. "Die Schulträger sollten ihrer Verpflichtung mehr nachkommen, die Schulen in einem ordnungsgemäßen Zustand zu halten." Er beklagt zudem, dass an unterschiedlichen Schulformen unterschiedlich investiert werde und in Hauptschulen weniger Geld fließe als in Gymnasien. Laut Finke sollte ein flächendeckender Unterricht "nach den gleichen Maßstäben" möglich sein.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 24.01.2019 | 09:00 Uhr

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