Stand: 24.06.2020 15:46 Uhr

Darknet: Schlag gegen Internet-Kriminalität

Die Tastatur eines Laptops leuchtet im Dunkeln, jemand schreibt. © dpa picture alliance Foto: Silas Stein
Kriminelles Netzwerk: Die Organisatoren von "crimenetwork.co" gaben sich wenig Mühe, ihr illegales Geschäft wenigstens in der Internetadresse zu kaschieren. (Themenbild)

Das Landeskriminalamt (LKA) Niedersachsen ist mit einer Razzia gegen User des illegalen Internet-Forums "crimenetwork.co" vorgegangen. Wie das LKA am Mittwoch mitteilte, wurden am Vortag in einer bundesweiten Aktion insgesamt 232 Durchsuchungsbeschlüsse und elf Haftbefehle vollstreckt. In Niedersachsen wurden demzufolge 22 Objekte durchsucht. Bei 20 Beschuldigten im Alter von 18 bis 47 Jahren stellen die Beamten umfangreiches Beweismaterial sicher. Unter anderem wurden Drogen, Bargeld und Bitcoins sowie zahlreiche Datenträger, PCs, Laptops, Handys und Unterlagen beschlagnahmt. Festnahmen gab es nach Auskunft des LKA in Niedersachsen nicht.

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Im Angebot: Drogen, Waffen, Falschgeld

In dem bereits im Mai 2019 beschlagnahmten deutschsprachigen Underground Economy (UE)-Forum "crimenetwork.co" florierte der Handel mit illegalen Waren und Dienstleistungen: Drogen, Medikamente, Waffen, Falschgeld, Hacker-Tools, Botnetze oder illegal beschaffte Konten- und Kreditkartendaten - so sah das Sortiment des Darknet-Anbieters aus.

"crimenetwork.co" folgte auf "crimenetwork.biz"

Gegen die Nutzer des Forums wird jetzt unter anderem wegen Betrugs, Datenhehlerei, Geldwäsche, Urkundenfälschung sowie illegalen Handels mit Drogen und Medikamenten sowie Verstoßes gegen das Waffengesetz ermittelt. Das Forum "crimenetwork.co" trat 2016 in der UE-Szene an die Stelle des zuvor abgeschalteten Forums "crimenetwork.biz". Der bundesweite Schlag gegen die UE-Szene wurde federführend von der Zentralstelle Cybercrime der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg und dem Landeskriminalamt Brandenburg organisiert.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 24.06.2020 | 17:00 Uhr

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