Stand: 29.01.2020 08:28 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Coronavirus-Verdacht: Entwarnung in Göttingen

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"Wir beobachten die steigenden Infektionszahlen in China mit großem Ernst": Niedersachsens Gesundheitsministerin Carola Reimann und Matthias Pulz, Präsident des Landesgesundheitsamtes.

Im Fall eines Patienten, der mit Verdacht auf eine Coronavirus-Infektion am Universitätsklinikum Göttingen behandelt worden ist, hat es gestern Abend Entwarnung gegeben: Der Mann hat sich nicht mit der neuartigen Lungenkrankheit infiziert. Der von einer China-Reise zurückgekehrte Mann war mit Grippesymptomen von seinem Hausarzt überwiesen und auf der Isolierstation der Uniklinik aufgenommen worden. "Der Verdacht hat sich nicht bestätigt, der Patient konnte noch am Dienstag entlassen werden", sagte ein Kliniksprecher. Eine nachgewiesene Infektion mit dem Coronavirus gibt es in Niedersachsen bislang nicht. Nach Angaben des niedersächsischen Landesgesundheitsamtes werden derzeit mehrere Verdachtsfälle überprüft.

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Neuer Verdachtsfall in Bremerhaven

Als Verdachtsfall gilt derzeit nur ein Patient mit Grippesymptomen, der zuvor entweder selbst in China war oder Kontakt zu einer Person hatte, die sich dort aufgehalten hatte. Bundesweit gibt es bislang vier bekannte Fälle von Menschen, die mit dem Virus infiziert sind - alle in Bayern. Ein neuer Verdachtsfall ist gestern Abend in Bremerhaven gemeldet worden. Den Angaben zufolge hält das Gesundheitsamt eine tatsächliche Infektion des Patienten mit dem Virus aber für äußerst unwahrscheinlich. Der 47-jährige Hafenarbeiter liege unter anderem mit Fieber stationär im Klinikum Mitte. Er sagte selbst, dass er zuvor Kontakt mit chinesischen Werftarbeitern gehabt habe. Allerdings war unklar, wann diese das letzte Mal in China waren. Der Patient und seine Kontaktpersonen wurden vorsorglich isoliert. Bereits am Montag hatte es in Bremerhaven einen Verdachtsfall gegeben. Hier gab es aber inzwischen eine Entwarnung.

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Entwarnung in Göttingen

Seit gestern kann das Landesgesundheitsamt in Hannover selbst Verdachtsfälle überprüfen. Das spare wertvolle Zeit, sagt Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD). Zuvor mussten alle Proben an die Charité in Berlin geschickt werden. Nicht alle Verdachtsfälle müssen laut Reimann im Krankenhaus behandelt werden, denn nach bisherigen Erkenntnissen verlaufe die Krankheit bei vielen mild. Dennoch beobachte man die steigenden Infektionszahlen in China mit großem Ernst und bereite sich auf eine mögliche Ausbreitung in Niedersachsen vor, sagte Reimann. Für den Fall von Epidemien gebe es klar festgelegte Abläufe.

Informationsaustausch ist klar geregelt

In Niedersachsen gebe es eine Art Alarmplan, sagte der Präsident des Landesgesundheitsamts, Matthias Pulz. Damit sei klar geregelt, wer welche Information erhalten muss, wenn ein Verdachtsfall auftritt oder die Krankheit ausbricht. Das habe man aus früheren Epidemien wie der Lungenkrankheit SARS gelernt. Außerdem stünden die Gesundheitsämter der Länder und das Robert-Koch-Institut im engen Austausch.

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Conti verbietet Dienstreisen von und nach China

Derweil reagieren auch niedersächsische Unternehmen auf das Coronavirus. Der Reifenhersteller Continental aus Hannover habe inzwischen "ein Verbot für Dienstreisen von und nach China beschlossen", sagte Unternehmenssprecher Vincent Charles gegenüber NDR Niedersachsen. Volkswagen hat nach Angaben eines Sprechers seinen Mitarbeitern vor Ort über die Feiertage hinaus freigegeben. Sobald der Betrieb wieder aufgenommen wird, stelle VW der Belegschaft Mundschutzmasken und Desinfektionsmittel zur Verfügung.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 29.01.2020 | 08:00 Uhr

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