Eine Kundin scannt im Modehaus Nikolaus in Rostock den QR-Code der Luca-App zur Kontaktnachverfolgung. © dpa bildfunk Foto: Bernd Wüstneck

Coronavirus: Hoffnung durch die Luca-App?

Stand: 21.03.2021 08:10 Uhr

Das Land stöhnt unter den Corona-Regeln - gleichzeitig steigen die Infektionszahlen. Könnte eine neue App die Lösung sein?

Das Land Mecklenburg-Vorpommern hat als erstes reagiert und die sogenannte Luca-App flächendeckend eingeführt. Das Prinzip soll vor allem Gastronomen helfen - kann aber auch Einzelhandel, im kulturellen und sogar im privaten Bereich eingesetzt werden. Bald auch in Niedersachsen? Derzeit sind laut Auskunft der Betreiber die Kommunen Osnabrück und Wilhelmshaven bereits angebunden. "Rund zehn weitere befinden sich im Anbindungsprozess", sagte ein Sprecherin dem NDR in Niedersachsen.

QR-Code statt Zettelwirtschaft

Und so funktionert's: Die Nutzer der App sollen etwa einen Restaurantbesuch mit wenigen Klicks dokumentieren können. Dazu scannen sie am Eingang einen QR-Code. Wenn sie das Restaurant wieder verlassen, checken sie aktiv oder über die Ortungsfunktion ihres Handys automatisch wieder aus. Für private Treffen sollen mit der App QR-Codes generiert und mit denen von Freunden und Familie verknüpft werden können.

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Mit Hilfe der Luca-App wird ein QR-Code abgescannt um sich in einem Laden zu registrieren.
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"Nur positive Erfahrungen" in Langenhagen

Das klingt alles erst einmal unkompliziert im Vergleich zu den doch eher antiquiert wirkenden Laufzetteln, die Gäste im vergangenen Jahr in Bars und Kinos ausfüllen mussten. Die Stadt Langenhagen (Region Hannover) sammelt ebenfalls gerade Erfahrungen mit der Luca-App. Ein Stadtsprecher zieht gegenüber dem NDR ein positives Zwischenfazit: "Bisher haben wir nur positive Erfahrungen gesammelt und positives Feedback erhalten." Auch die Rückmeldungen von Bürgern oder von Langenhagener Unternehmen seien gut.

Daten verschlüsselt an Gesundheitsamt

Die Stadt hat nach eigenen Angaben Plakate mit einem QR-Code erstellen lassen. Die Besucher des Schnelltest-Zentrums, des Bürgerbüros und den Gremiensitzungen können diesen QR-Code mit der App scannen und sind danach eingecheckt. Wird später bekannt, dass sich ein Besucher mit dem Coronavirus infiziert hat, werden die Daten verschlüsselt an das Gesundheitsamt der Region Hannover übertragen. Nur dort können sie dann ausgelesen werden. "Wir stellen unsere Plakate auch Gastronomen, Händlern, Dienstleistern oder Veranstaltern zur Verfügung", so Bürgermeister Mirko Heuer (CDU).

Anbindung an Gesundheitsämter hakt noch

Verbesserungsbedarf sieht die Kommune nach Angaben des Sprechers aus Langenhagen vor allem in der Anbindung an die Gesundheitsämter. "Dies würde die Kontaktnachverfolgung für alle Beteiligten weiter vereinfachen und beschleunigen", sagte er. Beim Landesgesundheitsamt liegt derzeit keine Übersicht vor, welche Gesundheitsämter bereits mit Luca arbeiten. Vom Gesundheitsministerium heißt es dazu: "Es ist nicht bekannt, wie viele Betreiber in Kommunen oder wie viele Gesundheitsämter sich bereits für die Luca-App angemeldet haben und die Anwendung nutzen. Die Luca-App wird derzeit in einem Gesundheitsamt in Niedersachsen getestet."

Datenschützer äußern sich kommende Woche

Es ist also noch etwas Geduld gefragt - auch im Hinblick auf den Datenschutz. Mitte kommender Woche wird eine Stellungnahme zur Luca-App erwartet, an der die Datenschutzkonferenz derzeit arbeitet. In dem Gremium sitzen die Landesdatenschutzbeauftragten sowie der Datenschutzbeauftragte des Bundes. Eine Tendenz der Stellungnahme wollte ein Sprecher der niedersächsischen Datenschutzbeauftragten am Donnerstag noch nicht verraten.

Was ist mit Menschen ohne Smartphone?

Auch politisch ist noch längst nicht alles geklärt in Sachen Luca-App. Es müsse sichergestellt sein, dass die erfassten Kontaktdaten unabhängig vom Erfassungssystem gleichermaßen von den Gesundheitsämtern genutzt werden können, hieß es vom niedersächsischen Gesundheitsministerium. Außerdem müsse berücksichtigt werden, dass nicht alle Menschen die Möglichkeit haben, auf digitalem Weg Kontaktdaten bereit zu stellen. Dazu würden Bund und Länder derzeit noch beraten.

Dieses Thema im Programm:

Aktuell | 18.03.2021 | 12:00 Uhr

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