Ein Mensch in Ganzkörperschutzanzug mit blauen Handschuhen hält ein Corona-Test-Röhrchen in Händen. © picture alliance/Fotostand Foto: Havergo

Corona in Niedersachsen - keine Lockerung in Sicht

Stand: 22.11.2020 14:35 Uhr

Vor dem nächsten Treffen der Ministerpräsidenten zur Corona-Lage, diskutieren Politiker verschiedene Weihnachtsszenarien. Stephan Weil hatte vorerst keine Lockerungen in Aussicht gestellt.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat am Sonntag im Deutschlandfunk "mutige Entscheidungen" gefordert, die ein sicheres Weihnachtsfest mit Familienbesuch trotz Corona ermöglichen könnten. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hatte jüngst bemerkt, dass verlässliche Regeln geschaffen werden müssten, die "über Weihnachten und Neujahr hinaus reichen", ein baldiges Ende des Teil-Lockdowns sei demnach nicht in Sicht. Zwar waren die Infektionszahlen aus Niedersachsen von Sonntag deutlich niedriger als zuletzt, allerdings gab es Probleme bei der Übertragung aus der Region Hannover, weshalb die Daten nur unvollständig in die Statistik eingegangen waren. Für Mittwoch ist das nächste Bund-Länder-Treffen angesetzt.

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Hoffnung auf Impfstoff

Niedersachsens Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) hatte sich auf einer Pressekonferenz am Donnerstag trotz der weiterhin angespannten Corona-Lage verhalten optimistisch geäußert. Zum einen wegen der sich stabilisierenden Zahl von Neuinfektionen, zum anderen wegen der Aussicht, dass es schon bald mehrere hochwirksame Impfstoffe gegen das Coronavirus geben könnte. Bis ein Impfstoff für alle, die sich impfen lassen möchten, zur Verfügung steht, ist es aber noch ein weiter Weg. "Wir alle werden unsere Kontakte noch eine Weile stark einschränken müssen, um die Lage stabil zu halten", sagte Reimann. Denn auch nach mehr als zwei Wochen mit verschärften Maßnahmen ist die Zahl der Neuinfektionen weiter auf hohem Niveau. In den Kliniken ist die Zahl der stationär behandelten Corona-Patienten am Dienstag binnen eines Tages von 898 auf 972 gestiegen. 210 der Erkrankten mussten laut Sozialministerium auf der Intensivstation behandelt und 125 davon künstlich beatmet werden. Am Donnerstag vergangener Woche wurden erstmals mehr Corona-Patienten auf Intensivstationen behandelt, als auf dem Höhepunkt der ersten Welle der Pandemie im Frühjahr.

45 Millionen Euro für die Schulen

Derweil hat das Land Niedersachsen auf einer Pressekonferenz angekündigt, 45 Millionen Euro für die Schulen zur Verfügung zu stellen. Davon sollen 20 Millionen Euro für Corona-Schutzmaßnahmen und 25 Millionen Euro für pädagogisches Personal ausgegeben werden. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und der Schulleitungsverband Niedersachsen (SLVN) begrüßten die Pläne des Landes, kritisierten aber, dass diese Entscheidung früher hätte getroffen werden können. Das Vorgehen der Länder nach dem Bund-Länder-Gipfel am Montag bezeichnete die GEW als verantwortungslos und forderte strengere Corona-Regeln für die Schulen.

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Trübe Aussichten für die Festtage?

Derweil sinken momentan die Aussichten, dass sich die Lage bis zum Weihnachtsfest so deutlich entschärft, dass potenzielle Lockerungen der geltenden Kontaktbeschränkungen infrage kommen könnten. Weder Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) noch die Ministerpräsidenten hatten sich nach ihren Beratungen zum Thema Feiertage geäußert. Auf den Ostfriesischen Inseln blickt man bereits in Richtung Jahreswechsel. Dort sollen in diesem Jahr keine Feuerwerke stattfinden, um Menschenansammlungen zu verhindern. Auch an anderen Orten in Norddeutschland wird über ein Böllerverbot diskutiert.

Pistorius sieht Radikalisierung bei Gegnern der Maßnahmen

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) bewertet den Umgang mit Corona-Skeptikern als zunehmend problematisch. "Der Einfluss von Rechtsextremisten auf die Szene und die Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen kann nicht wegdiskutiert werden und er darf nicht unterschätzt werden", sagte Pistorius am Dienstag im Niedersächsischen Landtag. Unterdessen scheinen die aktuellen Corona-Maßnahmen aber weitestgehend befolgt zu werden. Die Anzahl der Verstöße ist nach Angaben von Polizei und Kommunen überschaubar. Städte und Gemeinden kontrollieren vermehrt die Einhaltung von Maskenpflicht und Abstandsregeln. Bei Verstößen reicht meist eine direkte Ansprache. In seltenen Fällen ist es zu Auseinandersetzungen gekommen. Und: In der Region Hannover ist die Maskenpflicht offenbar nicht eindeutig genug geregelt, wie das Verwaltungsgericht festgestellt hat.

Sind Hygienekonzepte im Profisport zu lasch?

Zunehmend schwierig wird die Lage im Profisport: In den Fußball-, Handball- und Basketball-Bundesligen stecken Vereine viel Zeit und Geld in Hygienekonzepte und Test-Strategien - wie es scheint mit wenig Erfolg. Immer wieder müssen Teile der Teams und komplette Mannschaften in Quarantäne.

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Corona-Hotline in Niedersachsen noch länger besetzt

Für Fragen zum Coronavirus hat das Land seit März dieses Jahres eine Telefon-Hotline geschaltet und die Erreichbarkeit bis auf Weiteres noch einmal ausgedehnt: Sie ist jetzt montags bis freitags zwischen 8 und 19 Uhr unter der Nummer (0511) 120 60 00 zu erreichen, am Sonnabend, Sonntag und an Feiertagen ist die Hotline jeweils von 10 bis 17 Uhr besetzt. Bürger erhielten dort allgemeine Informationen zum Coronavirus und seinen Folgen, hieß es aus dem Innenministerium, und würden bei Bedarf zu anderen Bereichen der Landesregierung vermittelt. Wer glaubt, sich mit dem Coronavirus infiziert zu haben, sollte den kassenärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Rufnummer 116 117 oder seinen Hausarzt kontaktieren. Der Arzt klärt dann am Telefon, ob es sich um einen Verdachtsfall handelt und trifft geeignete Maßnahmen. Wird eine Infektion nachgewiesen, muss der Patient in häusliche Quarantäne. Kontaktpersonen der erkrankten Person werden bei engem Kontakt ebenfalls 14 Tage zu Hause isoliert. Die wichtigsten Schutzmaßnahmen bleiben: regelmäßig Hände waschen und nicht in die Hand husten oder niesen.

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