Stephan Weil (SPD) mit Mund-Nasen-Schutz im Niedersächsischen Landtag. © dpa-Bildfunk Foto: Julian Stratenschulte

Corona in Niedersachsen: Weil sieht Etappenziel erreicht

Stand: 04.12.2020 14:59 Uhr

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil sieht im Kampf gegen die Corona-Ausbreitung ein Etappenziel erreicht. Am Freitag hatten alle Landkreise und kreisfreien Städte eine Inzidenz unter 200.

"Jetzt haben wir den Ehrgeiz, alle miteinander unter 100 zu kommen und dann unter 50", sagte Weil laut einer Mitteilung der Staatskanzlei. Dieses Ziel könne man nur gemeinsam erreichen, weshalb der SPD-Politiker alle Bürgerinnen und Bürger dazu aufrief, auch weiterhin mitzumachen. Immerhin seien schon 13 der insgesamt 45 Landkreise und kreisfreien Städte unter der Inzidenz von 50 pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen. "Auch das ist ermutigend und sollte uns motivieren, uns auch in der Advents- und Weihnachtszeit mit gegenseitigen Besuchen zurückzuhalten, so schwer es auch fällt", so Weil.

Auch Landkreis Cloppenburg erstmals unter 200er-Marke

Zum ersten Mal seit Wochen ist auch der Landkreis Cloppenburg mit einer Sieben-Tages-Inzidenz von 193,3 unter der 200er-Marke, wie aus den aktuellen Zahlen des Landesgesundheitsamtes hervorgeht. Zwischenzeitlich hatte der Landkreis eine Inzidenz von fast 400. Dennoch sei die Zahl der Ansteckungen trotz der vielen Auflagen und Maßnahmen nach wie vor hoch, sagte ein Kreissprecher. Es ist immer noch die höchste in ganz Norddeutschland. Während landesweit die Zahl der Neuinfektionen in Niedersachsen allmählich sinkt, steigt die Zahl der Todesfälle deutlich an.

Lockdown-light bis 10. Januar verlängert

Unter anderem auch deshalb haben Bund und Länder beschlossen, die derzeitigen Corona-Einschränkungen bis zum 10. Januar zu verlängern. In Niedersachsen schwankt die Stimmung zwischen Zustimmungen und Zukunftsangst. Während der Landkreistag die Entscheidung als konsequent und sachgerecht begrüßte, gingen etwa Tourismusverbände an der Nordseeküste davon aus, dass sich die wirtschaftliche Lage für Restaurants, Hotels und Servicebetriebe weiter verschlechtere. Der Arbeitskreis niedersächsischer Kulturverbände fürchtet um die Existenz von freien und privaten Theatern, Vereinen und Solo-Selbstständigen.

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Lockerungen für Weihnachten und Silvester geplant

Die verschärften Corona-Regeln gelten seit dem 1. Dezember. Für die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr sollen die neuen Regeln etwas gelockert werden: Vom 23. Dezember bis 1. Januar sollen sich zehn Menschen aus verschiedenen Haushalten treffen dürfen - dabei werden Kinder unter 14 Jahren nicht mitgezählt. Um die Übertragung von Corona-Infektionen möglichst gering zu halten, beginnen die Weihnachtsferien bereits am 19. Dezember. Ursprünglich sollte der 23. Dezember der erste Ferientag sein.

Impf-Infrastruktur soll Mitte Dezember stehen

Unterdessen sorgt die möglicherweise baldige Zulassung eines Corona-Impfstoffs für verhaltenen Optimismus. Nach Angaben des Corona-Krisenstabs könnten möglicherweise noch im Dezember die ersten 100.000 Menschen in Niedersachsen geimpft werden. Derzeit wird landesweit die Infrastruktur dafür geschaffen. Bis zum 15. Dezember sollen alle rund 60 Impfzentren startklar sein. Derweil hat in Hannover ein privates Testzentrum für sogenannte Schnelltests eröffnet. Das niedersächsische Sozialministerium und die Kassenärztliche Vereinigung (KVN) sehen das Unternehmen kritisch. Noch sei der Markt für Schnelltests angespannt und der private Einsatz könne dazu führen, dass die Tests knapp würden, hieß es von der KVN. Zwei Zentren mit gleichem Angebot gibt es auch in Osnabrück.

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In der Krise sind Solidarität und Ehrenamt gefragt

In diesem Jahr kämpft der Norddeutsche Rundfunk in der Weihnachtszeit für benachteiligte Menschen im Land. Mit der Benefizaktion "Hand in Hand für Niedersachsen" ruft der NDR in Kooperation mit dem Diakonischen Werk und den Caritas-Verbänden zu Spenden auf. Die Krise isoliert Menschen von gesellschaftlicher Teilhabe und schafft vor allem Gesprächsbedarf. Ehrenamtliche Telefonseelsorger haben in den vergangenen Wochen eine Zunahme der Anrufe verzeichnet. Sie schätzen, dass sich drei von vier Gesprächen um Corona drehen.

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Für Fragen zum Coronavirus hat das Land eine Telefon-Hotline geschaltet: Sie ist montags bis freitags zwischen 8 und 19 Uhr unter der Nummer (0511) 120 60 00 zu erreichen, am Sonnabend, Sonntag und an Feiertagen ist die Hotline jeweils von 10 bis 17 Uhr besetzt. Bürger erhielten dort allgemeine Informationen zum Coronavirus und seinen Folgen, hieß es aus dem Innenministerium. Wer glaubt, sich mit dem Coronavirus infiziert zu haben, sollte den kassenärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Rufnummer 116 117 oder seinen Hausarzt kontaktieren. Der Arzt klärt dann am Telefon, ob es sich um einen Verdachtsfall handelt und trifft geeignete Maßnahmen. Wird eine Infektion nachgewiesen, muss der Patient in häusliche Quarantäne. Kontaktpersonen der erkrankten Person werden bei engem Kontakt ebenfalls 14 Tage zu Hause isoliert. Die wichtigsten Schutzmaßnahmen bleiben: regelmäßig Hände waschen und nicht in die Hand husten oder niesen.

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Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 04.12.2020 | 19:30 Uhr

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