Eine Frau trägt eine Maske und drückt eine Klingel vor einer Haustür. © picture-alliance Foto: Kirsten Nijhof

Corona in Niedersachsen: Was ist erlaubt? Was ist verboten?

Stand: 10.10.2020 08:30 Uhr

Das Land Niedersachsen hat auf die zunehmenden Covid-19-Fälle kurz vor Beginn der Herbstferien mit einer neuen Verordnung und einem Beherbergungsverbot reagiert. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Mit wie vielen Menschen darf ich mich zu Hause treffen?

Bis zu zehn Personen dürfen sich ohne Auflagen privat in Wohnungen treffen. Wenn sie aus lediglich zwei Haushalten kommen, sind auch mehr erlaubt. Bei Zusammenkünften von bis zu 25 Menschen im privaten Bereich muss laut neuer Corona-Verordnung ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden und es gilt eine Maskenpflicht. Im Garten oder im Hof sind Treffen von bis zu 50 Personen erlaubt. Steigt im eigenen Landkreis oder der kreisfreien Stadt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche über 35, dürfen sich generell nur noch bis zu 25 Menschen treffen. Bei mehr als 50 Neuinfektionen sind nur noch maximal zehn Menschen auf privatem Grund erlaubt. Auch ein Zelt im Garten gilt als geschlossener Raum, wie eine Sprecherin des niedersächsischen Gesundheitsministeriums betont.

Wie viele Gäste kann ich zu einer Feier in ein Restaurant einladen?

Bei Geburtstagen und anderen Feiern im öffentlichen Raum sind bis zu 100 Teilnehmer erlaubt. Diese Obergrenze sinkt bei zunehmenden Neuinfektionen zunächst auf 50 und gegebenenfalls auf 25 Menschen. Bei Treffen und Feiern, an denen mehr als 50 Personen teilnehmen, dürfen ab 18 Uhr keine reinen Spirituosen und ab 22 Uhr gar kein Alkohol verkauft und getrunken werden.

Wohin kann ich zurzeit in den Urlaub fahren?

Grundsätzlich überall hin, es gibt kein Verbot. Wer allerdings in sogenannte Risikogebiete im Ausland reist, muss anschließend zwei Wochen in Quarantäne und innerhalb von zehn Tagen einen Corona-Test machen lassen. Anschließend zahlt der Bund die Kosten nicht mehr. Quarantäne- und Testpflicht entfallen, wenn man bei der Rückkehr einen höchstens zwei Tage alten PCR-Test mit negativem Ergebnis vorweisen kann. Angesichts der steigenden Infektionszahlen appelliert Niedersachsens Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) an die Bürger, "die Herbstferien möglichst zu Hause zu verbringen".

Gibt es Orte, an denen mich Hotels und Ferienhausagenturen ablehnen können?

Wenn Sie aus einem aktuell als Risikogebiet eingestuften Gebiet kommen, kann das passieren. Die meisten Bundesländer haben entsprechende Regelungen getroffen, allerdings mitunter unterschiedlich streng. Die meisten verlangen von Touristen negative Corona-Tests. In Schleswig-Holstein dürfen diese bei Anreise maximal 48 Stunden alt sein. In Hamburg gilt das bereits seit Juli. Mecklenburg-Vorpommern schreibt für Urlauber aus Risikogebieten dagegen eine 14-tägige Quarantäne nach Einreise vor. Die Wartezeit kann durch einen zweiten negativen, selbst zu zahlenden Test nach fünf bis sieben Tagen verkürzt werden.

Wo kann ich vor dem Urlaub einen Corona-Test machen lassen?

Wer sicher gehen will, meldet sich frühzeitig beim Hausarzt oder einer speziellen Praxis für Reisemedizin. Wer in den Urlaub wolle, solle aber nicht in die Testzentren des öffentlichen Gesundheitsdienstes kommen, sagt Andreas Bobrowski vom Berufsverband Deutscher Laborärzte. Wer einen Test allein für die Anreise zum Urlaubsort braucht, hat in der Regel keine Krankheitssymptome. In diesem Fall wird der Test von der gesetzlichen Krankenkasse nicht bezahlt. Die Kosten liegen für Privatpatienten laut Gebührenverordnung bei etwa 120 Euro pro Person für die Laboranalyse. Hinzu kommen weitere 20 Euro für den Abstrich beim Arzt.

Wer darf in Niedersachsen Urlaub machen, wer nicht?

Das Land hat ein Beherbergungsverbot für Bewohner sogenannter Risikogebiete verhängt - auch innerhalb Niedersachsens. Liegt die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz bei mehr als 50 Corona-Infizierten auf 100.000 Einwohner, müssen Touristen einen höchstens zwei Tage alten negativen Corona-Test nachweisen. Weitere Ausnahmen sind demnach möglich, wenn der Infektionsherd - wie bei Ausbrüchen in Schlachthöfen - klar begrenzt ist, wie die stellvertretende Leiterin des Krisenstabs der Landesregierung, Claudia Schröder, sagt. Die Liste der Kreise, für die das Verbot gilt, soll täglich im Internet auf www.niedersachsen.de veröffentlicht werden.

Darf meine Tante aus Berlin jetzt nicht mehr zu Besuch kommen?

Doch, darf sie. "Es geht uns darum, den touristischen Reiseverkehr einzuschränken", erklärt die stellvertretende Krisenstabsleiterin Claudia Schröder. Besuche von Familienmitgliedern und Partnern sind erlaubt. Ausnahmen gelten darüber hinaus für zwingende berufliche und medizinisch bedingte Reisen.

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