VIDEO: Ungeimpfte müssen künftig mit Nachteilen rechnen (2 Min)

Corona in Niedersachsen: Präsenzunterricht und Debatte um 2G

Stand: 11.09.2021 15:51 Uhr

Wie wird künftig mit Ungeimpften umgegangen? Diese Frage sorgt derzeit für Diskussionen - während geimpfte und genesene Personen Freiheiten zurückbekommen.

Nach den Worten von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) müssen sich ungeimpfte Menschen auch in Niedersachsen auf Einschränkungen einstellen. Sie seien unumgänglich, "wenn die Corona-Infektionszahlen und die Zahlen infizierter Patientinnen und Patienten in den Kliniken deutlich ansteigen". Das sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Die Politik wolle die Betroffenen nicht ärgern, doch von dieser Gruppe gingen die Risiken aus. Weil setzt auf 2G: Er könne sich etwa vorstellen, dass seine Regierung privaten Anbietern erlauben werde, nur Geimpfte und Genesene einzulassen. Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) hatte zuvor angekündigt, dass Ungeimpfte für ihren Verdienstausfall im Quarantäne-Fall nicht weiter entschädigt werden sollen.

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Distanzlernen soll vermieden werden

Seit Anfang September läuft bereits das neue Schuljahr. Mit Blick auf den weiteren Pandemie-Verlauf will das Land Distanzlernen oder den Unterricht mit nur halben Klassen möglichst vermeiden. "Wir müssen Gesundheitsschutz mit dem Recht auf Bildung in Einklang bringen. Deshalb gibt es keine landesweiten Szenarien B und C mehr, deshalb geht der Blick in die jeweiligen Klassen als konkrete Einzelfälle", sagte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD). Nach den täglichen Selbsttests zu Schuljahresbeginn sollen Schülerinnen und Schüler sowie das schulische Personal vom 13. September an nun wieder drei Tests pro Woche machen. 

Weniger strenge Quarantäne-Regeln für Schüler

Grundsätzlich gelten für Schülerinnen und Schüler weniger strenge Quarantäne-Regeln als zuvor. Tritt ein Corona-Fall auf, soll nicht mehr die ganze Klasse in Isolation gehen. Quarantäne solle nur noch für enge Kontaktpersonen, beispielsweise Sitznachbarn, angeordnet werden, heißt es. Tonne bezeichnete die neue Regelung als "völlig richtig und angemessen". Auch unterstütze er sehr die Möglichkeit, dass sich die Kontaktpersonen nach fünf Tagen freitesten können, wenn sie keine Symptome haben. Geimpfte und Genesene sollen zudem grundsätzlich von einer Quarantäne-Anordnung ausgenommen sein.

Drittimpfungen ab Oktober

Derweil teilte das Land mit, dass ab Oktober oder auch bereits im September Corona-Drittimpfungen in Senioren- und Pflegeeinrichtungen angeboten werden. Mobile Teams sollen dann vor Ort impfen. Eine offizielle Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) für Auffrischungsimpfungen für Senioren und Immungeschwächte liegt bislang nicht vor.

Warnstufen ersetzen Stufenplan

In Niedersachsen bestimmen drei neue Warnstufen, ob Corona-Regeln verschärft oder gelockert werden. Die Warnstufen haben den Stufenplan abgelöst. Dieser richtete sich nur nach der Sieben-Tage-Inzidenz. Welche Warnstufe gilt, richtet sich neben der Inzidenz auch nach der Zahl der Corona-Patienten in den Krankenhäusern und deren Anteil an der Belegung der Intensivbetten. Wenn ein oder mehrere dieser Parameter einen Schwellenwert überschreiten, zeigen die drei Warnstufen Gelb, Orange und Rot dies an. Die aktuelle Corona-Verordnung gilt zunächst bis zum 22. September.

3G-Regeln: Geimpft, genesen, getestet

Die Warnstufe 1 (Gelb) ist erreicht, wenn zwei von drei Parametern gewisse Grenzwerte überschreiten. Greift die Warnstufe, gilt die sogenannte 3G-Regel. Sie besagt, dass der Zutritt zu zahlreichen Einrichtungen und Veranstaltungen nur noch mit einer vollständigen Impfung, einer Genesung oder einer negativen Testung möglich ist. Auch bei einer Inzidenz ab 50 über fünf Tage hinweg tritt diese Regel in Kraft, wenn Landkreise zuvor eine entsprechende Allgemeinverfügung erlassen haben. Liegt der Überschreitung der 50er-Inzidenz ein Infektionsgeschehen zugrunde, "das mit hinreichender Sicherheit einem bestimmten räumlich abgetrennten Bereich zugeordnet werden kann, kann der Landkreis oder die kreisfreie Stadt von der Feststellung absehen", heißt es in einer Mitteilung der Niedersächsischen Staatskanzlei.

Corona-Hotline in Niedersachsen

Wer glaubt, sich mit dem Coronavirus infiziert zu haben, sollte den kassenärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Rufnummer 116 117 oder seinen Hausarzt kontaktieren. Der Arzt klärt dann am Telefon, ob es sich um einen Verdachtsfall handelt und trifft geeignete Maßnahmen. Wird eine Infektion nachgewiesen, muss der Patient in häusliche Quarantäne. Kontaktpersonen der erkrankten Person werden bei engem Kontakt ebenfalls in der Regel für 14 Tage zu Hause isoliert. Die wichtigsten Schutzmaßnahmen bleiben: Abstand halten, Mundschutz tragen, regelmäßig Hände waschen und nicht in die Hand husten oder niesen.

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Hallo Niedersachsen | 11.09.2021 | 19:30 Uhr

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