Corona in Niedersachsen: Lockerungen bei fallender Inzidenz

Stand: 09.05.2021 10:13 Uhr

Wie auf Bundesebene sinken auch in Niedersachsen die Inzidenzwerte. Die Quote der Geimpften steigt. Das Land reagiert mit einer neuen Öffnungsstrategie.

Die neue Öffnungsstrategie sieht stufenweise, langsame Lockerungen vor. Dieses Vorgehen ist laut Landesregierung an Tests und Impfungen geknüpft. Für die Menschen gibt es dadurch mehr Möglichkeiten im Alltag, solange die Infektionen, die mit dem Bund vereinbarten Schwellenwerte nicht überschreiten. Voraussetzung für mehr Freiheiten sind negative Corona-Tests, Impfungen oder die Genesung nach einer Corona-Infektion. Branchen wie die Gastronomie, der Tourismus, der Einzelhandel dürfen unter den klar bestimmten Voraussetzungen Gäste beziehungsweise Kunden empfangen. Kinder und Jugendliche nimmt die Landesregierung stärker in den Fokus und eröffnet mehr Möglichkeiten auch im Sportbereich.

Schule und Kita: Szenario B bis Inzidenz 165

Wie jüngst angekündigt wird Niedersachsen auch bei Schulen und Kita mehr Unterrichtsmöglichkeiten zulassen und die Schwellenwerte für die Szenarien an die "Bundes-Notbremse" anpassen. Demnach können Schülerinnen und Schüler ab Montag bis zur Inzidenzmarke von 165 im Szenario B (Wechselmodell) bleiben - erst dann gilt Szenario C (Distanzunterricht). In Kindertagesstätten können bis zur Inzidenz 165 alle Kinder in festen Gruppen und Räumen betreut werden. Förderschulen und Abschlussklassen sollen unabhängig von der jeweiligen Inzidenz im Wechselmodell unterrichtet werden.

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Manche Forscher fordern inzwischen, weitere Werte heranzuziehen - etwa die Neuzugänge in Kliniken. Der Grund: Die vermehrten Tests - vor allem in Bevölkerungsgruppen, die meist nicht schwer an Covid-19 erkranken - führen laut Wissenschaftlern zu einer massiven Steigerung der Fallmeldungen, aber nicht proportional zu einer Steigerung der Krankheitslast. Zudem gebe es durch die zunehmende Zahl an Impfungen zwar weniger Infektionen, aber vor allem weniger schwere Erkrankungen. Statt ausschließlich die Inzidenz sollte also auch die Zahl der Neuaufnahmen und die Auslastung der Intensivstationen betrachtet werden. Die norddeutschen Bundesländer Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Bremen verzeichnen dabei noch weniger als 0,5 Neuaufnahmen pro Tag und 100.000 Einwohner - und liegen damit unter dem von Forschern vorläufig errechneten Grenzwert von 0,7 täglichen Neuaufnahmen pro 100.000 Einwohner.

Seit Ende April Impftermine für über 60-Jährige

Nach dem Impf-Wochenende landete Niedersachsen im Bundesländer-Vergleich auf Platz acht. Davor hatte es meist einen der hinteren Plätze in der Statistik belegt. Wer 60 Jahre und älter ist, kann seit diesem Montag einen Termin über die Impfhotline mit der Telefonnummer (0800) 99 88 665 oder über das Internet-Impfportal des Landes vereinbaren. Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) erklärte am Montag, an der Priorisierung der Impfungen festhalten zu wollen, bis genügend Impfstoff für alle da sei, die sich impfen lassen wollen.

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Corona-Hotline in Niedersachsen

Wer glaubt, sich mit dem Coronavirus infiziert zu haben, sollte den kassenärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Rufnummer 116 117 oder seinen Hausarzt kontaktieren. Der Arzt klärt dann am Telefon, ob es sich um einen Verdachtsfall handelt und trifft geeignete Maßnahmen. Wird eine Infektion nachgewiesen, muss der Patient in häusliche Quarantäne. Kontaktpersonen der erkrankten Person werden bei engem Kontakt ebenfalls in der Regel für 14 Tage zu Hause isoliert. Die wichtigsten Schutzmaßnahmen bleiben: Abstand halten, Mundschutz tragen, regelmäßig Hände waschen und nicht in die Hand husten oder niesen.

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Niedersachsen 18.00 | 09.05.2021 | 19:30 Uhr

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