Corona in Niedersachsen: Die Rückkehr an die Schulen beginnt

Stand: 05.03.2021 11:51 Uhr

Per Videokonferenz hat Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) über den Stand nach dem Bund-Länder-Gipfel informiert. Bis 28. März soll stufenweise gelockert werden - unter anderem an den Schulen.

Gleich zu Beginn des digitalen Treffens am Donnerstagabend wies Weil darauf hin, was ihm bei den weiteren Corona-Maßnahmen und nach den Besprechungen mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) wichtig sei: Es gehe um einen klugen Kurs "auf Grundlage von sicheren Verhältnissen". Trotz der stagnierenden Fallzahlen und der Lockdown-Verlängerung bis 28. März soll stufenweise gelockert werden. Zum Beispiel an den Schulen und Kitas - und das schon ziemlich bald.

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Klassen 5 bis 7 und 12. Jahrgang im Wechselmodell

Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) sagte in der Videokonferenz, dass die Schulen in Niedersachsen ihren Betrieb ab dem 15. März wieder ausweiten. Dann beenden die Klassen 5 bis 7 sowie der 12. Jahrgang das Homeschooling und kehren im Wechselmodell in den Präsenzunterricht zurück, in das sogenannte Szenario B. Eine Woche später, vom 22. März an, sollen dann alle Schulen und Jahrgänge in den Wechselunterricht zurückkehren. Für Grundschülerinnen und -schüler sowie Abschlussklassen gilt zudem bereits von Montag an wieder die Präsenzpflicht. Bisher konnten die Eltern dieser Schülerinnen und Schüler entscheiden, ob sie ihre Kinder in die Schule schicken oder von zu Hause aus lernen lassen wollen. "Ich denke, wir sind auf einem guten Weg mit testen, impfen, Maske tragen und Abstand halten," sagte Tonne.

Kita ab Montag im eingeschränkten Regelbetrieb

"Mit Blick auf die Gesamtgemengelage - diffuses Infektionsgeschehen, Mutationen, Stagnation bei der Inzidenz - bin ich froh, dass wir heute diesen weiteren Öffnungsschritt machen können", sagte er weiter. Die Schulen würden behutsam und schrittweise wieder geöffnet. "Alle sollen sicher Tritt fassen und die Schulen sich nach und nach füllen." Bereits vom 8. März an kehren die Kindertagesstätten zurück in den eingeschränkten Regelbetrieb. Die Kitas sind damit im Grundsatz geöffnet und bieten Betreuung in Regelgruppengröße an, allerdings dürfen sich die Gruppen nicht durchmischen.

Treffen mit zwei Haushalten wieder möglich

Was Treffen im Privaten betrifft, rücke auch Niedersachsen von den strengen Regeln für Treffen ein wenig ab, sagte Weil: Ab Montag dürfen sich wieder bis zu fünf Personen aus zwei Haushalten privat treffen. Kinder bis einschließlich 14 Jahre zählen dabei nicht mit. Bei den Bund-Länder-Beratungen wurde zudem vereinbart, dass Paare generell als ein Hausstand zu betrachten sind. In Landkreisen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von unter 35 können auch Treffen des eigenen Haushalts mit zwei weiteren Haushalten mit insgesamt maximal zehn Personen erlaubt werden - auch dabei zählen Kinder bis einschließlich 14 Jahre nicht mit.

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Lockerungen für Einzelhandel und Zoos in Sicht

Weitere mögliche Lockerungen sind an die Sieben-Tage-Inzidenz geknüpft. Bei einem stabilen Wert von unter 50 in einer Region kann der Einzelhandel mit einer Begrenzung auf einen Kunden pro zehn Quadratmeter Verkaufsfläche wieder öffnen. Dies gilt für die ersten 800 Quadratmeter, für eine darüber hinausgehende Fläche ist ein weiterer Kunde pro 20 Quadratmeter zulässig. Liegt die Inzidenz unter 50, können auch Museen, Galerien, Zoos und botanische Gärten wieder aufmachen.

Mehr Möglichkeiten im Sport

Zudem soll dann kontaktfreier Sport in kleinen Gruppen von bis zu zehn Personen im Außenbereich möglich sein. Wenn die Sieben-Tage-Inzidenz 14 Tage lang unter 50 bleibt, soll auch die Öffnung der Außengastronomie mit Terminbuchung wieder möglich sein. Ein tagesaktueller Covid-19-Test ist nötig, wenn sich mehrere Haushalte einen Tisch teilen.

Inzidenzwert zwischen 50 und 100: Nur Termin-Shoppen erlaubt

Liegt der Inzidenzwert zwischen 50 und 100, darf der Einzelhandel zunächst nur für sogenannte Termin-Shopping-Angebote geöffnet werden. Auch bei Museen, Galerien, Zoos, botanischen Gärten und Gedenkstätten sind dann Terminbuchungen verpflichtend. Erlaubt sein soll dann auch Individualsport allein oder zu zweit sowie Sport in Gruppen von maximal fünf Personen aus zwei Haushalten. "Bis zu 20 Kinder und Jugendliche bis 14 Jahren dürfen im Außenbereich auch in Gruppen Sport treiben", heißt es aus der Staatskanzlei.

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Wie ein Sprecher der Staatskanzlei NDR.de bestätigte, bezieht sich der maßgebliche Inzidenzwert jeweils auf den Landkreis beziehungsweise die kreisfreie Stadt. Es soll aber auch die Gesamtlage betrachtet werden, also die Frage, wie es in direkten Nachbarkreisen und -regionen aussieht. So seien Lockerungen beispielsweise nicht zwingend ein Automatismus, falls die Inzidenz in den Nachbarkreisen deutlich höher liegt. In diesem Fall könne es sinnvoll sein, einem Einkaufs-Tourismus entgegenzuwirken, so der Sprecher. Zudem gibt es eine Art Notbremse: Sobald die Sieben-Tage-Inzidenz an drei aufeinander folgenden Tagen auf über 50 beziehungsweise über 100 steigt, treten die vorherigen Regelungen wieder in Kraft.

Weil in Quarantäne

Die Konferenz am Donnerstag war kurzfristig zu einer Videokonferenz umdisponiert worden, weil es in der Staatskanzlei einen Corona-Fall gegeben hatte. Als Kontaktperson befindet sich der Ministerpräsident in Quarantäne.

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Niedersachsen 18.00 | 04.03.2021 | 18:00 Uhr

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