Stand: 09.07.2020 21:04 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Corona in Niedersachsen: 60.000 Jobs in Gefahr

Der Einbruch der Wirtschaft durch die Corona-Pandemie gefährdet nach Einschätzung vieler Unternehmen bis zu 60.000 Jobs in Niedersachsen. Das ergibt eine Umfrage, die der Verband Niedersachsenmetall am Donnerstag vorgestellt hat. "Wir erwarten, dass dieses Jahr etwa 30.000 Stellen verloren gehen", sagte Volker Schmidt, Hauptgeschäftsführer der Arbeitgeberverbände. Das geschehe "zu einem größeren Teil als Folge der Nicht-Wiederbesetzung von freiwerdenden Stellen, aber auch als unmittelbare Folge von Entlassungen". Für 2021 werde nach derzeitigem Stand dann noch einmal ein Verlust in ähnlicher Größenordnung befürchtet.

Umsätze 40 Prozent unter Vorjahresniveau

Grundlage für die Prognose ist die Konjunkturumfrage, an der sich mehr als 800 Unternehmen beteiligten. Sie stammen schwerpunktmäßig aus der Industrie, aber auch aus Handel und Dienstleistungen. Demnach liegen in der Metall- und Elektroindustrie die Umsätze im Schnitt um rund 40 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Viele Firmen verzeichneten weniger als 50 Prozent Auslastung. Für das zweite Halbjahr rechneten sogar 75 Prozent der Betriebe damit, dass sich die Auftragslage noch einmal verschlechtern wird.

Schmidt: EEG-Umlage abschaffen

Ab dem Herbst droht Schmidt zufolge eine Insolvenzwelle, die auf den Arbeitsmarkt durchschlagen wird. Er befürchte, dass Strukturanpassungen zu einer Verlagerung von Jobs ins südosteuropäische Ausland führen. "Diese Arbeitsplätze sind unwiederbringlich weg", sagte Schmidt. Die Politik müsse vor allem mit steuerlichen Maßnahmen dieser Entwicklung entgegensteuern. Unter anderem die Abschaffung der EEG-Umlage, die Senkung der Körperschaftsteuer und das Ende des Solidaritätszuschlages wären für Schmidt dabei nötige psychologische Signale an die Wirtschaft.

Die niedersächsische Landesregierung will die Krise mit Milliardenhilfen bewältigen. Nachdem bereits Ende März ein erster Nachtragshaushalt über 4,4 Milliarden Euro einstimmig beschlossen wurde, soll der Landtag Mitte Juli über eine weitere Etataufstockung von 8,4 Milliarden Euro entscheiden. Mit diesem zweiten Nachtragshaushalt erhofft sich das Land entscheidende Impulse für eine schnelle Erholung.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 09.07.2020 | 11:00 Uhr

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