Vor einer Bar im Hamburger Stadtteil St. Georg steht ein Hinweisschild, welches auf den Einlass nach der 2G-Regel hinweist. © dpa Foto: Axel Heimken

Corona in Niedersachsen: 2G und ein neuer Leitindikator

Stand: 21.09.2021 20:05 Uhr

Niedersachsen setzt für die Bewertung der Corona-Lage auf einen neuen Leitindikator. Zudem bekommen Geimpfte und genesene Personen mehr Freiheiten.

Die überarbeitete Corona-Verordnung, die ab Mittwoch gültig ist, sieht eine Ausweitung der 2G-Regelung vor. Diese ist künftig etwa auch in der Gastronomie oder bei Veranstaltungen möglich. Wenn sich etwa ein Restaurant oder Veranstalter dafür entscheidet, nur noch vollständig gegen das Coronavirus geimpften Menschen oder Genesenen Zutritt zu gewähren, muss dort keine Maske mehr getragen oder Abstand gehalten werden. "Wir möchten, dass das Leben für diejenigen Menschen, die sich bereits haben impfen lassen, so unkompliziert und so wenig beeinträchtigt wie möglich weitergehen kann", sagte Regierungssprecherin Anke Pörksen.

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Warnstufen-Präzisierung und Leitindikator

Das Land hat zudem präzisiert, was droht, wenn Corona-Warnstufen erreicht werden. In der Innengastronomie ist etwa das 2G-Modell verpflichtend, sobald die Warnstufe 2 gilt. Für die Bewertung der Corona-Lage spielt die Hospitalisierung zudem eine wichtigere Rolle als bisher. Sie gilt nun als Leitindikator. Das heißt: Nur wenn die Hospitalisierung und mindestens einer der beiden anderen bereits bekannten Indikatoren (Neuinfizierte und Intensivbetten) definierte Schwellenwerte überschreiten, wird eine Warnstufe erreicht. Nachjustiert hat das Land auch den Bereich der Quarantäne-Regelungen. Weil diese nicht bei allen Gesundheitsämtern gleich waren, hat das Gesundheitsministerium eine entsprechende landesweite Regelung gefasst.

Keine Maskenpflicht mehr für Erst- und Zweitklässler

Zum Beginn des Schuljahres mussten alle Schülerinnen und Schüler nicht nur in Gebäuden, sondern auch im Unterricht eine Maske tragen. Die neue Corona-Verordnung sieht nun eine Ausnahme für die ersten und zweiten Klassen vor. Diese Schülerinnen und Schüler müssen keine Maske mehr im Unterricht tragen. Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) hält es für vorstellbar, die Maskenpflicht nach den Herbstferien auch für die dritten und vierten Klassen aufzuheben.

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Distanzlernen soll vermieden werden

Mit Blick auf den weiteren Pandemie-Verlauf will das Land Distanzlernen oder den Unterricht mit nur halben Klassen möglichst vermeiden. "Wir müssen Gesundheitsschutz mit dem Recht auf Bildung in Einklang bringen. Deshalb gibt es keine landesweiten Szenarien B und C mehr, deshalb geht der Blick in die jeweiligen Klassen als konkrete Einzelfälle", sagte Tonne.

Weniger strenge Quarantäne-Regeln für Schüler

Grundsätzlich gelten für Schülerinnen und Schüler weniger strenge Quarantäne-Regeln als zuvor. Tritt ein Corona-Fall auf, soll nicht mehr die ganze Klasse in Isolation gehen. Quarantäne solle nur noch für enge Kontaktpersonen, beispielsweise Sitznachbarn, angeordnet werden, heißt es. Tonne bezeichnete die neue Regelung als "völlig richtig und angemessen". Auch unterstütze er sehr die Möglichkeit, dass sich die Kontaktpersonen nach fünf Tagen freitesten können, wenn sie keine Symptome haben. Geimpfte und Genesene sollen zudem grundsätzlich von einer Quarantäne-Anordnung ausgenommen sein.

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Drittimpfungen ab Oktober

Derweil teilte das Land mit, dass ab Oktober oder auch bereits im September Corona-Drittimpfungen in Senioren- und Pflegeeinrichtungen angeboten werden. Mobile Teams sollen dann vor Ort impfen. Eine offizielle Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) für Auffrischungsimpfungen für Senioren und Immungeschwächte liegt bislang nicht vor.

Corona-Hotline in Niedersachsen

Wer glaubt, sich mit dem Coronavirus infiziert zu haben, sollte den kassenärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Rufnummer 116 117 oder seinen Hausarzt kontaktieren. Der Arzt klärt dann am Telefon, ob es sich um einen Verdachtsfall handelt und trifft geeignete Maßnahmen. Wird eine Infektion nachgewiesen, muss der Patient in häusliche Quarantäne. Kontaktpersonen der erkrankten Person werden bei engem Kontakt ebenfalls in der Regel für 14 Tage zu Hause isoliert. Die wichtigsten Schutzmaßnahmen bleiben: Abstand halten, Mundschutz tragen, regelmäßig Hände waschen und nicht in die Hand husten oder niesen.

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