Fahrgäste steigen in einen ICE ein. © picture alliance/dpa/Monika Skolimowska Foto: Monika Skolimowska

Corona-Zahlen: In Bus, Bahn und Flugzeug gilt jetzt auch 3G

Stand: 24.11.2021 17:23 Uhr

Die Corona-Infektionszahlen steigen weiter. Deshalb ändern sich mit Inkrafttreten des neuen Infektionsschutzgesetz die Regeln in Bus, Bahn und Flugzeug. Auch hier gilt nun: 3G.

Konkret bedeutet das: Seit dem 24. November müssen Reisende im Nah- und Fernverkehr eine Maske tragen. Sie müssen außerdem entweder geimpft, genesen oder getestet sein und ihren Status auch nachweisen können. Der Nachweis des negativen Testergebnisses darf nicht älter als 24 Stunden sein. Ein Selbsttest reicht nicht aus. Wer ohne gültigen Nachweis unterwegs ist, muss mit einer Strafe von bis zu mehreren Tausend Euro Bußgeld rechnen.

Ausnahmen von der Regel

Es gibt Ausnahmen von der 3G-Regel: Kinder bis zum sechsten Lebensjahr und Schülerinnen und Schüler fallen nicht darunter. Auch bei Fahrten mit dem Taxi muss niemand zwingend geimpft, genesen oder getestet sein. Für das Kontroll- und Servicepersonal in Bus, Bahn und Flugzeug gilt die 3G-Regel übrigens auch. Ob Fahrgäste und Personal die neuen Vorschriften einhalten, kontrollieren die Verkehrsunternehmen selbst.

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Wer kontrolliert?

Aber funktioniert das auch in der Praxis? Klar sei, dass man nicht bei jeder Fahrt den 3G-Nachweis kontrollieren kann, sagt Holger Klages vom Fahrgastverband Pro Bahn Hildesheim/Braunschweig. Nicht nur, weil das Personal das gar nicht schaffen könnte. Es dürfe auch nicht zu Verspätungen oder gar Fahrtausfällen kommen. Im Verkehrsverbund Region Braunschweig haben daher alle Unternehmen signalisiert, lediglich stichprobenartig kontrollieren zu wollen. Zum Verbund gehören beispielsweise die Braunschweiger Verkehrs GmbH, die Verkehrsgesellschaften in Peine und Wolfsburg und Harzbus.

Celle setzt auf Kraft der Bilder

Bei der Üstra in Hannover wird die Maskenpflicht bislang ebenfalls stichprobenartig kontrolliert. Ob das auch bei den 3G-Regeln so sein wird, sei aber noch nicht sicher, sagte ein Sprecher des Verkehrsunternehmens. Die Busgesellschaft Cebus im Kreis Celle setzt vorerst auf die Kraft der Bilder: Dort sollen alle Fahrzeuge zunächst mit Erklärbildern zu den neuen Regeln starten. Die Fahrerinnen und Fahrer hätten jedoch die klare Ansage: "Konzentriert euch auf euren Job", sagt Cebus-Geschäftsführer Bernward Franzky. Wer stattdessen kontrollieren soll, ist noch unklar. Bei Cebus wünscht man sich da auch Hilfe von Landkreis und Polizei.

Zusätzliche Durchsagen und Anzeigetafeln in der Bahn

Die Deutsche Bahn hat angekündigt, in ihren Regionalzügen und S-Bahnen stichprobenartig die 3G-Nachweise mit Hilfe des eigenen Personals zu kontrollieren. Zusätzlich sollen die Fahrgäste zum Beispiel mit Hilfe von Durchsagen und Anzeigetafeln über die neuen Regeln informiert werden. Auch in den Zügen von Metronom und Erixx soll es Schwerpunktkontrollen geben - zusammen mit der Bundespolizei. Die Zugbegleiter sollen sich so sicherer fühlen, heißt es aus dem Unternehmen. Zudem seien Bußgeldern eine hoheitliche Angelegenheit - sie könnten also nur von Ordnungsämtern oder der Polizei verhängt werden. Bei Pro Bahn fürchtet man durch die neuen Regeln schon jetzt Einbußen: "Unterm Schnitt wird das sicherlich zu Fahrgastrückgängen führen", so Holger Klages vom Fahrgastverband.

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