VIDEO: Wird der Schulstart nach den Weihnachtsferien verschoben? (4 Min)

Corona: Tonne kündigt Auflagen für Grundschulen an

Stand: 05.01.2021 07:31 Uhr

Die Grundschulen in Niedersachsen werden in der kommenden Woche nicht in voller Klassenstärke starten. Das hat Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) angekündigt.

Klar sei, dass es bei einer Fortsetzung des Lockdowns nicht bei den bisherigen Einschränkungen bleiben könne, sagte Tonne am Montag nach den Beratungen der Kultusminister über die Corona-Lage an den Schulen. Auch in den Kindertagesstätten seien Einschränkungen zur Kontaktreduzierung nötig. Die Ferien sollen aber nicht verlängert werden, berichtet NDR 1 Niedersachsen. Wer nicht in der Schule ist, muss zu Hause lernen.

Wechselmodell wohl ab Montag

Eltern von Grundschülern müssen sich nun darauf einstellen, dass ihr Nachwuchs im Wechselmodell, dem sogenannten Szenario B, unterrichtet wird - das heißt in kleineren Gruppen, abwechselnd in der Schule und zu Hause. In den Klassenräumen wird es damit leerer. Auf die Familien kommt allerdings erneut die Frage zu, wie sie ihre Kinder betreuen können.

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Tonne: "Viele Varianten vorstellbar"

Die Details für die Grundschüler, aber auch für alle anderen Schulformen, sind noch offen. Tonne will seine Pläne nach den Bund-Länder-Beratungen vorstellen. "Es gibt viele Varianten, die vorstellbar sind - man ist gut beraten, wenig auszuschließen", sagte der Kultusminister.

Ausnahmen für Abschlussklassen

Bundesweit einheitliche Regeln für die Schulen wird es aber wohl weiter nicht geben. Die 16 Kultusministerinnen und -minister legten am Montag einen Drei-Stufen-Plan vor. Demnach sollen in der ersten Stufe die Schülerinnen und Schüler der Klassen eins bis sechs wieder in die Schulen gehen, "sollte es die Situation in den einzelnen Ländern zulassen". In Stufe zwei soll es dann ergänzenden Wechselunterricht für Schülerinnen und Schüler der allgemeinbildenden Schulen und Berufsschulen ab Jahrgangsstufe sieben geben. Die Klassengröße soll halbiert werden. Erst die dritte Stufe sieht die vollständige Rückkehr zum Präsenzunterricht für alle Schüler vor. Ausnahmen von dem Stufenmodell sind für Abschlussklassen vorgesehen. Wann mit einer Teil-Öffnung der Schulen begonnen wird, soll jedes Bundesland selbst entscheiden können.

Politiker: Schule nur mit Einschränkungen denkbar

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hatte bereits am Wochenende angekündigt, dass bei einer Verlängerung des Lockdowns auch an Schulen und Kitas "Einschränkungen zu erwarten" seien. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) machte vorab ebenfalls deutlich, dass sie sich eine Rückkehr zum vollständigen Präsenzunterricht derzeit nicht vorstellen könne. "Am sichersten wäre womöglich ein verzögerter Gesamtbeginn um mindestens 14 Tage", sagte Niedersachsens Vize-Ministerpräsident Bernd Althusmann (CDU) der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" (HAZ). "Erst dann können wir die tatsächliche Infektionslage seriös einschätzen."

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Lehrer sollen statt Klausuren andere Leistungen bewerten

Ursprünglich sollten ab diesem Monat wieder Klausuren geschrieben werden, wie Tonne im Dezember sagte. Ob diese Möglichkeit Bestand hat, ist bislang unklar. Allerdings hatte Tonne die Lehrkräfte bereits gebeten, stattdessen über andere Leistungen nachzudenken. "Die Anzahl der schriftlichen Prüfungen kann herabgesetzt und durch andere Bewertungen ersetzt werden", so der Kultusminister. Die bildungspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, Mareike Wulf, hatte im Dezember die klare Perspektive für den Rest des Schulhalbjahres gelobt. Das Wechselmodell ab Klasse 5 entspreche "sowohl den Empfehlungen von Experten als auch den gesundheitlichen Interessen der Schülerschaft und der Lehrkräfte".

Landesschülerrat will Fahrplan für kommende Monate

Dem Landesschülerrat fehlt dagegen eine Perspektive, die über das Halbjahr hinausgeht. "Es bedarf jetzt schon eines weiteren Fahrplans für den Unterricht ab Februar", sagte Vorstandsmitglied Justus Scheper. Um bessere und langfristige Planungen zu ermöglichen, sollten möglichst verlässliche Entscheidungen für die kommenden Monate getroffen werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 05.01.2021 | 08:00 Uhr

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