Corona-Testpflicht: Viel Frust zum Schulstart

Stand: 12.04.2021 21:34 Uhr

Seit Montag müssen sich Schüler und Lehrer in Niedersachsen selbst auf das Coronavirus testen. Der Start der verpflichtenden Maßnahme verlief aus Sicht des Schulleitungsverbandes chaotisch.

Einige Schulen hätten viel zu wenige der sogenannten Testkits erhalten, manche die falschen, sagte der Geschäftsführer des Verbandes, Rene Mounajed. "Das ist völlig unprofessionell." Viele Schulleitungen seien wütend, da zudem die Kommunikation des Kultusministeriums viel zu kurzfristig und unklar sei, bemängelte Mounajed.

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Keine einheitliche Organisation an den Schulen

Der erste Tag mit den verpflichtenden Corona-Selbsttests wurde landesweit nicht einheitlich organisiert. Manche Schulen beschränkten sich ausschließlich auf die Ausgabe der Testkits, Unterricht und Notbetreuung gab es dort nicht. Andere Schulen boten lediglich Notbetreuung an, wiederum andere starteten mit dem Unterricht, ohne die Kinder zu testen. "Hier macht jeder, was er für richtig hält", so Mounajed. Die Tests seien zwar sinnvoll, aber für den Gesundheitsschutz des Personals reiche das nicht aus. "Unsere Leute sind gefährdet. Sie müssen geimpft werden, und zwar jetzt."

Ministerium widerspricht der Kritik

Das niedersächsische Kultusministerium trat dem Eindruck einer "chaotischen Organisation" entgegen. Dies habe sich durch vorliegende Rückmeldungen über die Regionalen Landesämter für Schule und Bildung nicht bestätigt, sagte ein Sprecher. Viel eher sei die Ausgabe der Testkits an fast allen Schulen auch dank eines hervorragenden Managements vor Ort gut organisiert gewesen. Die Abholtage seien von den Schülern gut angenommen worden. Bestellung, Lieferung und Versendung so großer Mengen für alle Beteiligten an den gut 3.000 Schulen in Niedersachsen seien aber eine große Herausforderung.

Wer positiv getestet wird, muss PCR-Test machen

Seit Montag müssen sich Schülerinnen, Schüler, Lehrkräfte sowie das Schulpersonal zweimal pro Woche vor Unterrichtsbeginn zu Hause auf das Coronavirus testen. Die Schulen verteilen dafür sogenannte Laientests für den vorderen Nasenbereich, die das Ergebnis nach rund 15 Minuten anzeigen. "Zwei Tests in einer Woche sind geeignet, um effektiv Verdachtsfälle herauszufiltern", sagte der Sprecher des niedersächsischen Kultusministeriums, Sebastian Schumacher, mit Verweis auf eine wissenschaftliche Empfehlung. Wer ein positives Test-Ergebnis hat, muss die Schule informieren und einen noch zuverlässigeren PCR-Test machen lassen. Dieser klärt, ob der oder die Betroffene tatsächlich mit dem Coronavirus infiziert ist.

Bis Anfang April hatte das Land Niedersachsen rund 13 Millionen Testkits bei verschiedenen Anbietern für Landesbedienstete und Schulen gekauft.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 12.04.2021 | 12:00 Uhr

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