Eine ältere Frau wird mit einer Spritze geimpft. © picture alliance Foto: Robin Utrecht

Corona: Terminvergabe für zweite Impf-Gruppe läuft

Stand: 15.03.2021 07:37 Uhr

Von dieser Woche an informiert die niedersächsische Landesregierung alle Menschen ab 70 Jahren darüber, dass sie einen Impftermin vereinbaren können. Das Land versucht, den Andrang zu entzerren.

Insgesamt gehören in Niedersachsen rund drei Millionen Menschen zur zweiten Impfpriorität. Über das Impfportal des Landes Niedersachsen und die Telefonhotline unter der Telefonnummer (0800) 99 88 665 können sich nun unter anderem alle Personen ab 70 Jahren, Menschen mit Krebs oder Lungenkrankheiten, mit Trisomie 21 oder pflegende Angehörige um einen Termin bemühen.

Über-70-Jährige werden gestaffelt angeschrieben

Um den Andrang bei der Terminvergabe zu entzerren, schreibt die Landesregierung die Impfberechtigten gestaffelt an. So sollen in dieser Woche nur Menschen eine Einladung erhalten, die 77, 78 oder 79 Jahre alt sind, in der Woche danach dann die Gruppe der 76-, 75- und 74-Jährigen, in der dritten Woche die Personen zwischen 70 und 73 Jahren. Allerdings kann bereits ab sofort jeder aus der impfberechtigten Gruppe einen Termin vereinbaren - der Brief vom Land ist dafür nicht notwendig.

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Portal zeitweise bereits freigeschaltet - zu Testzwecken

Erste Termin-Anfragen für Impfberechtigte der Priorisierungsgruppe zwei wurden bereits am Freitag aufgenommen. Die zeitweilige Freischaltung des Online-Portals sowie der Telefon-Hotline für die Gruppe erfolge seit Freitag testweise, sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums NDR.de. Wer dabei bereits einen Termin vereinbaren konnte, hatte Glück.

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Impfteams und Hotline werden aufgestockt

Die Impfungen sollen dann beginnen, wenn alle Personen aus der ersten Priorisierungsgruppe ihre Impfung erhalten haben. Dies wird voraussichtlich Ende März der Fall sein, sagte Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) am Freitag. In einigen Regionen könne das aber auch schon früher der Fall sein. Chronisch kranke Personen werden von ihren Krankenkassen angeschrieben und können sich nach Erhalt der Bestätigung anmelden. Behrens kündigte an, dass die Zahl der Impfteams von 120 auf 200 aufgestockt werden soll, um die Anfragen bewältigen zu können. Außerdem wurde die Hotline auf zunächst 500 Mitarbeitende erweitert und soll bis Monatsende 800 Mitarbeitende haben.

Hausärzte kommen demnächst dazu

Laut Behrens sollen ab Mitte April die Hausärzte flächendeckend mit in die Impfungen einbezogen werden. Sie betonte aber, dass vorerst weiterhin die Termine in den Impfzentren Priorität haben. "Wir müssen die Zentren und die niedergelassenen Ärzte klug miteinander verbinden", sagte die Ministerin. "Ansonsten droht Chaos." Die niedergelassenen Ärzte sollen sich zunächst vor allem um chronisch kranke und nicht mobile Personen kümmern. Den Impfstoff erhalten sie nicht über die Impfzentren, sondern über den Apotheken-Großhandel.

Mindestens 180.000 Impfdosen pro Woche im April

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Die Hausärzte seien ein wichtiger Baustein, um alle Menschen in Niedersachsen möglichst schnell gegen Corona zu impfen, sagte Behrens. Wie die Grippeschutz-Impfungen gezeigt hätten, könnten in den Praxen wöchentlich theoretisch bis zu 800.000 Personen geimpft werden. Zusammen mit den Impfzentren seien so rund vier Millionen Impfungen pro Monat möglich. Abhängig sei dies aber natürlich vom Umfang der Impfstofflieferungen. Behrens kündigte an, dass Niedersachsen im April mindestens 180.000 Impfdosen pro Woche erhalten soll. Sollten darüber hinaus weitere Dosen geliefert werden, würden diese über den regulären Medikamenten-Großhandel für Hausärzte bestellbar gemacht werden. Um den Impfstoff schnell verimpfen zu können, sollen die 52 Zentren künftig auch an Sonn- und Feiertagen öffnen. "Wenn alles perfekt läuft, könnten wir in rund drei Monaten mit den Impfungen durch sein", so die neue Gesundheitsministerin - und fügte schnell hinzu: "Ob das so kommt, bleibt aber abzuwarten."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 15.03.2021 | 07:00 Uhr

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