Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) beim Niedersächsischen Corona-Krisenstab. © NDR

Corona: Schulen und Kitas bleiben bis Inzidenz von 165 offen

Stand: 04.05.2021 16:46 Uhr

Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) hat Lockerungen für die Schulen und Kitas angekündigt. Künftig sollen die Einrichtungen erst bei einem Inzidenzwert von mehr als 165 ins Szenario C gehen.

"Der Bund ermöglicht uns diesen Rahmen, und diesen wollen wir auch ausschöpfen", sagte Tonne. In den Schulen gilt dann das Szenario B mit Wechselunterricht, in den Kitas können wieder alle Kinder in festen Gruppen und Räumen betreut werden. Bislang wurde bereits - mit Ausnahme der Grundschulen - bei einem Wert von 100 in das Szenario C gewechselt. "Ich glaube, dieser Schritt ist sehr notwendig, aber auch verantwortbar", so der Kultusminister. Förderschulen und Abschlussklassen sollen sogar unabhängig vom Inzidenzwert durchgehend Präsenzunterricht haben.

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Selbsttests sorgen für mehr Sicherheit

Grundlage für die Lockerungen seien diverse Sicherungsmaßnahmen und insbesondere die seit den Osterferien durchgeführten Selbsttests, so Tonne. Durch die Tests hätten bereits mehr als 600 infizierte Personen identifiziert und eine Ausbreitung des Virus verhindert werden können. Für weitere Öffnungen spreche auch, dass es bislang keine Massenausbrüche oder Hotspots an den Schulen gegeben habe. "Unter diesen Umständen ist mehr Präsenzunterricht möglich", betonte Tonne. "Wir legen damit einen wichtigen Grundstein, um den Kindern und Jugendlichen endlich wieder die dringend benötigten Angebote machen zu können." Viele Schüler in Niedersachsen befinden sich inzwischen seit knapp fünf Monaten im reinen Distanzunterricht und haben ihre Schule seit Mitte Dezember nicht mehr besucht.

Noch keine Pläne für Wechsel in Szenario A

Hinsichtlich der Frage, bei welcher Inzidenz die Schulen wieder ins Szenario A wechseln können, wollte sich Tonne noch nicht festlegen. "Wir wollen jetzt erst einmal Verlässlichkeit mit dem Szenario B schaffen", sagte der Kultusminister. Ein kurzfristiger Wechsel zwischen den Szenarien sei für die Schulen sehr schwierig. Deshalb würden auch Kommunen mit einer Inzidenz von unter 50 zunächst im Szenario B bleiben.

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Landeselternrat: "Pläne unverantwortlich"

Derweil sorgen die Pläne der Landesregierung bei Lehrerverbänden und Eltern in Niedersachsen für weiteren Unmut. Der Landeselternrat nannte die Anhebung des Grenzwerts auf 165 unverantwortlich. Die Fallzahlen bei Kindern und Jugendlichen hätten sich zuletzt dramatisch erhöht, zudem gebe es für die Schüler bisher kaum Aussicht auf Impfungen. Auch der Lehrerverband VNL/VDR bezeichnete die Öffnung als "große Gefahr" für Lehrer und Schüler. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaften (GEW) erklärte zu der geplanten Öffnung, der Unterricht könne nach der langen Pause nicht einfach weitergehen als sei nichts gewesen. "Die Schülerinnen und Schüler, die schwere Zeiten hinter sich haben, benötigen nun dringend intensive pädagogische und psychologische Unterstützung", sagte Landeschefin Laura Pooth. Auch viele Schulbeschäftigte seien zermürbt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 04.05.2021 | 18:00 Uhr

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