Stand: 23.03.2020 21:37 Uhr  - Hallo Niedersachsen

Corona: Polizei überwacht Kontaktverbot

Die Polizei kontrolliert landesweit, wie hier in Hannovers Innenstadt, ob das Kontaktverbot eingehalten wird.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat angekündigt, dass die Polizei das wegen der Corona-Pandemie verhängte Kontaktverbot konsequent durchsetzen wird. "Die Beamten werden mit voller Einsatzstärke im Land präsent sein und dafür sorgen, dass Menschen sich wirklich trennen", sagte Weil im NDR Regionalmagazin "Hallo Niedersachsen". Das sei ein schwerwiegender Eingriff, der am Ende aber Tausende von Leben retten könne. "Wir meinen das wirklich ernst", betonte Weil.

Keine Ausgangssperre, aber Kontaktverbot

Hallo Niedersachsen -

Eine Ausgangssperre gibt es nicht, dafür ein bundesweites Kontaktverbot. Ansammlungen von mehr als zwei Personen sind verboten. Ministerpräsident Stephan Weil im Studiogespräch.

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Bundesländer beschließen einheitliche Regeln

In Niedersachsen gelten seit Montag - wie auch in allen anderen Bundesländern - schärfere Einschränkungen. Darauf haben sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), mehrere Bundesminister sowie Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und die anderen Länderchefs am Sonntag geeinigt. Die Kanzlerin hatte die Details bereits am frühen Sonntagabend in einem Statement erläutert - und erfuhr danach, dass sie Kontakt zu einer mit dem Coronavirus infizierten Person hatte. Sie hat sich nun in Quarantäne begeben.

Die beschlossenen Maßnahmen im Einzelnen

An folgende Regeln müssen sich die Bürger ab sofort halten:

1. Reduzierung der Kontakte außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstands auf ein absolut nötiges Minimum

2. Mindestabstand von 1,50 Meter zu anderen Personen in der Öffentlichkeit

3. Aufenthalt im öffentlichen Raum ist nur alleine, mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstands gestattet.

4. Der Weg zur Arbeit, zur Notbetreuung, Einkäufe, Arztbesuche, Teilnahme an erforderlichen Terminen, Hilfe für andere und individueller Sport und Bewegung an der frischen Luft bleiben weiter möglich.

5. Gruppen feiernder Menschen - auch im privaten Bereich - werden nicht toleriert.

6. Gastronomie-Betriebe werden geschlossen, nur Lieferung und Außer-Haus-Verkauf bleiben erlaubt.

7. Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege wie Friseure, Kosmetikstudios, Massagepraxen und Tattoo-Studios werden geschlossen. Medizinisch notwendige Behandlungen bleiben weiter möglich.

8. In allen Betrieben ist es wichtig, die Hygienevorschriften einzuhalten und wirksame Schutzmaßnahmen umzusetzen.

9. Diese Maßnahmen sollen eine Geltungsdauer von mindestens zwei Wochen haben.

Die meisten Bürger zeigen Verständnis

Die meisten Niedersachsen hatten sich derweil offenbar bereits am Wochenende an die Vorgaben des Landes gehalten. Das berichtet NDR 1 Niedersachsen. Größere Gruppen seien nicht unterwegs gewesen, es werde Abstand gehalten, sagte eine Sprecherin der Polizei Hannover. Lediglich auf Bolz- und Spielplätzen hätten die Beamten vereinzelt Platzverweise aussprechen müssen. Ein ähnliches Bild bot sich auch in Celle. Die verstärkt eingesetzten Streifenpolizisten hätten vor allem Frage beantworten müssen - zum Beispiel, ob Restaurantbesuche tatsächlich nicht mehr möglich seien, sagte ein Sprecher. Die Bürger hätten sich dabei aber fast ausnahmslos einsichtig gezeigt. Leere Innenstädte meldeten die Behörden auch in Lüneburg und Göttingen. "Aber es gibt immer noch einige, die haben es nicht kapiert", sagte Ministerpräsident Weil. Da müsse man nun nachhelfen.

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NDR 1 Niedersachsen

Weil: Keine komplette Ausgangssperre geplant

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Ministerpräsident Weil hat bei einer Fragestunde von NDR 1 Niedersachsen noch einmal den Ernst der Corona-Krise betont. Eine komplette Ausgangssperre sei aber dennoch nicht sinnvoll. mehr

Weil für bundeseinheitliche Regelungen

Schon vor der Besprechung hatten sich offenbar zwölf Bundesländer, darunter Niedersachsen, im Grundsatz auf ein Kontaktverbot verständigt. Weil hatte zuletzt mehrfach betont, dass er sich bundesweit einheitliche Regelungen wünscht, keine Alleingänge der einzelnen Länder. Ganz einheitlich sind die Verbote jetzt allerdings nicht: In Bayern und Hessen etwa gelten noch strengere Einschränkungen. Oberstes Ziel bleibt eine Verlangsamung der Ausbreitung des Virus, um das Gesundheitssystem nicht zu überlasten. Auch in Niedersachsen sind inzwischen mehrere Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben.

Ministerpräsident Stephan Weil im Studio des Landesfunkhauses in Niedersachsen © NDR Foto: Axel Herzig

Ministerpräsident Weil beantwortet Hörer-Fragen

NDR 1 Niedersachsen -

Ministerpräsident Weil hat zwei Stunden lang die Fragen der Hörer von NDR 1 Niedersachsen zur Corona-Krise beantwortet. Die Fragen und Antworten im Zusammenschnitt zum Nachhören.

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Weil: Menschen dürfen weiterhin ins Freie

Im Gespräch mit Hörerinnen und Hörern von NDR 1 Niedersachsen hatte Weil am Sonnabend bereits mögliche Verschärfungen auch in Niedersachsen angekündigt. Um Bürgern entsprechende Sorgen zu nehmen, machte er aber deutlich: Eine komplette Ausgangssperre, während der die Menschen ihre Wohnung nicht verlassen dürfen, stehe aktuell nicht im Raum. Es sei aus medizinischer Sicht nicht sinnvoll, wenn die Menschen nicht mehr ins Freie dürften, sagte er.

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Corona-Live-Ticker: Knapp 13.600 Fälle im Norden

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Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 22.03.2020 | 08:00 Uhr

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