Stand: 11.09.2020 06:44 Uhr

Corona-Krise kostet Niedersachsen Steuereinnahmen

Ein Schild weist das Niedersächsische Finanzministerium aus. © NDR Foto: Cathrine Lejeune
Niedersachsen hat aufgrund der Corona-Krise bisher 5,7 Prozent weniger Steuern eingenommen. (Themenbild)

In der Corona-Krise verzeichnet das Land Niedersachsen weniger Steuereinnahmen. Wie das niedersächsische Finanzministerium mitteilte, habe das Land im Zeitraum Januar bis August 18,5 Milliarden Euro eingenommen - ein Minus von rund 5,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. "Der weltweite Wirtschaftseinbruch infolge der Corona-Pandemie führt zu Steuerausfällen auf allen staatlichen Ebenen in einem bisher nicht vorgekommenen Ausmaß", sagte Finanzminister Reinhold Hilbers (CDU). Heute will er eine Prognose vorlegen, wie groß die Lücken in den Staatskassen in den kommenden Jahren voraussichtlich sein werden.

VIDEO: Corona Kompakt: Steuereinnahmen brechen ein (2 Min)

Steuer-Minus von 3,4 Milliarden Euro für's gesamte Jahr?

Für das Jahr 2020 hatte eine Steuerschätzung im Mai für Niedersachsen ein Minus von rund 3,4 Milliarden Euro gegenüber den erwarteten Einnahmen vor der Corona-Krise vorhergesagt. Die Mindereinnahmen aus dem Zeitraum Januar bis August bewegten sich laut Ministerium in diesem Rahmen. "Es bleibt abzuwarten, ob die aktuelle Steuerschätzung die Ergebnisse der Mai-Schätzungen bestätigen", so Finanzminister Hilbers.

Städtebund fordert "massive Finanzhilfen"

Die Kommunen befürchten drastisch sinkende Investitionen. Auch der öffentliche Nahverkehr, Kitas, Schülertransport und Schwimmbäder könnten betroffen sein, warnte der Niedersächsische Städte- und Gemeindebund (NSGB) am Donnerstag. "Sofern die Kommunen keine massiven Finanzhilfen seitens ihrer Länder sowie seitens des Bundes erhalten, müssen sie sowohl im Jahr 2020 als auch in den Jahren 2021 und 2022 ihre Investitionen daher zwangsläufig drastisch reduzieren", sagte NSGB-Sprecher Thorsten Bullerdiek. Auch der Präsident des Niedersächsischen Städtetages, Ulrich Mädge, sieht Bund und Länder in der Pflicht. Beide müssten auch 2021 einen kommunalen Rettungsschirm spannen, sagte Mädge.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 10.09.2020 | 06:00 Uhr

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