Stand: 12.07.2020 10:11 Uhr

Corona-Krise: Luft in Städten viel sauberer

Ein Auto fährt an einer Feinstaubmessstation vorbei. © dpa-Bildfunk Foto: Sebastian Gollnow
Die sieben Verkehrsmessstationen des Landes haben während der Corona-Pandemie eine geringere Luftbelastung registriert. (Themenbild)

Die Corona-Pandemie hat offenbar einen positiven Nebeneffekt auf die Luftverschmutzung in niedersächsischen Städten. Diese ist in der Krise deutlich zurückgegangen. An den sieben Verkehrsmessstationen des Landes lag der Monatswert für Stickstoffdioxid in der Luft im Juni unter dem Vorjahreswert, wie aus vorläufigen Daten des Umweltministeriums hervorgeht. Am deutlichsten ging die Luftbelastung in Oldenburg zurück - von 46,1 auf 27,2 Mikrogramm pro Kubikmeter in diesem Jahr. In Braunschweig war der Wert mit 19,8 Mikrogramm pro Kubikmeter am niedrigsten.

In einigen Städten setzt sich der Trend fort

Der Effekt der saubereren Luft war bereits Ende April erkennbar. Zu dem Zeitpunkt führte das Gewerbeaufsichtsamt Hildesheim die Entwicklung "im Wesentlichen auf den Rückgang der Verkehrsmengen seit Inkrafttreten der coronabedingten Ausgangsbeschränkungen" zurückgeführt. Seitdem setzte sich der Trend an den Messstationen in Braunschweig, Göttingen, Hannover und Hildesheim fort. In Oldenburg, Osnabrück und Wolfsburg liegen die Werte dagegen über denen vom April.

Tageweise sehr hohe Stickstoffdioxid-Werte

Einfluss auf die Messdaten haben nach Angaben des Umweltministeriums auch meteorologische Effekte wie etwa die Windrichtung. Auch während der Pandemie lagen die Stickstoffdioxid-Werte an einigen Tagen sehr hoch. So lagen sie am Abend des 8. April in Hannover bei mehr als 110 Mikrogramm pro Kubikmeter. Die Landes-FDP plädiert dafür, diese Schwankungen genauer zu überprüfen. "Die Messsysteme haben offensichtlich technische Schwächen", sagte der FDP-Verkehrspolitiker Jörg Bode. Man müsse den muss man den auffälligen Ergebnissen auf den Grund gehen. "Andernfalls droht ein völlig falsches Bild über die Luftqualität."

Sauberere Luft in ganz Deutschland

Der Trend zu einer besseren Luftqualität war in der Corona-Krise bundesweit sichtbar. "Dass weniger Verkehr zu besserer Luft und auch weniger Lärm führt und sich damit die Lebensqualität in unseren Städten erhöht, hat uns die Corona-Krise vor Augen geführt", sagte der Präsident vom Umweltbundesamt, Dirk Messner, im Juni. "Diese positive Erkenntnis sollten wir unbedingt als weiteren Anlass für eine langfristige Verkehrswende aus dieser Krise mitnehmen."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 12.07.2020 | 09:00 Uhr

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