Stand: 09.04.2020 20:31 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Corona: Klinik-Beschäftigte fordern Unterstützung

Betriebs- und Personalräte aus mehr als 50 niedersächsischen Kliniken fordern eine bessere Vergütung und Unterstützung sowie einen besseren Schutz von Patienten und Beschäftigten in der Corona-Krise. Das geht aus einem offenen Brief an die Landesregierung hervor. "Leben und Gesundheit stehen an erster Stelle", heißt es in dem Schreiben. Niedersachsen müsse alles unternehmen, um ausreichend Schutzmasken, -kittel und - brillen sowie Handschuhe und Desinfektionsmittel bereitzustellen. "Die Produktion anderer Betriebe muss auf die Herstellung von Schutzkleidung und Hygienemittel umgestellt werden", so die Forderung. Positive Beispiele gebe es ja bereits. Außerdem müsse der Handel mit Schutz- und Hygieneartikeln zu horrenden Preisen unterbunden und Entsprechendes beschlagnahmt werden.

Mehr Personal, mehr Tests, mehr Unterstützung

Mehr Personal müsse eingestellt werden - nicht nicht in der Pflege, sondern auch für die Reinigung. Eine weitere Forderung: "Quarantäne muss auch für infizierte Beschäftigte gelten: Krank ist krank." In diesem Zusammenhang sollten auch mehr Tests für Beschäftigte möglich sein. Dabei sollte eine "Selbsteinschätzung der Erforderlichkeit" als Grund genügen. Auch psychologische Unterstützung für Mitarbeiter und Angehörige sollte ermöglicht werden. Ebenso wie der Einsatz von Beschäftigten aus Risikogruppen - und zwar in patientenfernen Bereichen.

Druck machen für bestmögliche Versorgung

"Wir werden auch in den nächsten Monaten das uns Mögliche für die Versorgung der Bevölkerung tun", versichern die Klinikmitarbeiter. "Dafür benötigen wir jedoch die entsprechende Ausstattung und Unterstützung." Angesichts der Risiken sei die Forderung nach einer angemessenen Vergütung nicht vermessen, sondern nur gerechtfertigt.

Die Arbeit werde leider durch eine "jahrzehntelang verfehlte und auf Effizienz und Wettbewerb getrimmte Gesundheitspolitik erschwert". Jetzt, in der Krise, ließe sich das zwar nicht korrigieren. "Aber wir werden, wenn das Schlimmste überstanden ist, Druck für den Aufbau eines Gesundheitssystems machen, das ausschließlich der bestmöglichen Versorgung dient."

Prämie für die Krise

Und: Wie in allen versorgungsrelevanten Bereichen sollten die Mitarbeiter im Gesundheitssystem während der Krise eine monatliche Prämie von 500 Euro erhalten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 09.04.2020 | 08:00 Uhr

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