Corona-Impfungen für Klinik-Mitarbeitende angelaufen

Stand: 07.01.2021 20:49 Uhr

An den Universitätskliniken in Hannover und Göttingen sind erste Beschäftigte gegen Corona geimpft worden. Los ging es mit Personen, die mit Covid-19-Patienten zu tun haben.

An der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) erhielten zunächst Mitarbeitende aus der Intensivstation und der Notaufnahme die Spritze. An der MHH wurden am Donnerstag rund 50 Beschäftigte gegen Covid-19 geimpft, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet. Die Geimpften müssen sich weiter strikt an die Hygienemaßnahmen halten. Die erste Impfung biete nur einen sehr geringen Schutz, sagte der kommissarische Vizepräsident der MHH, Tobias Welte. Außerdem wisse niemand, ob nicht auch geimpfte Menschen das Virus weiterverbreiten können. Der Impfstoff reiche in beiden Häusern für knapp 1.000 Mitarbeitende. Ab Montag soll an der UMG ein eigenes Impfzentrum die Arbeit aufnehmen, sodass nach und nach alle 8.000 Beschäftigten geimpft werden können.

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50.000 Impfdosen für Impfzentren

Niedersachsen hat bis Donnerstag nach Auskunft von Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) mehr als 50.000 Impfdosen im Land ausgeliefert. Damit habe man die Voraussetzungen für einen Impfstart im gesamten Land geschaffen, so Reimann. Sie kündigte die Lieferung von rund 10.000 weiteren Dosen bis Ende dieser Woche an.

Nächste Charge kommt am 18. Januar

Jedes der 50 Impfzentren bekommt zunächst rund 1.000 Impfdosen, wie der Sprecher des Sozialministeriums, Oliver Grimm, NDR 1 Niedersachsen sagte. Damit sei fast der ganze Impfstoff verteilt, den das Land aktuell zur Verfügung habe. Bis Ende der Woche dürften die mobilen Teams nach Einschätzung des Ministeriums den Impfstoff aufgebraucht haben. Die nächste Charge soll am 18. Januar Niedersachsen erreichen.

Anmeldungen ab dem 28. Januar möglich

Wenn der Schutz in den Pflegeheimen hergestellt sei, werde man in Niedersachsen "sobald wie möglich" über die Impfzentren die anderen der 800.000 impfberechtigten Personen mit der höchsten Priorisierung impfen, teilte Reimann mit. Dazu werde man im Laufe der kommenden Woche alle über 80-Jährigen per Brief anschreiben. In diesen Schreiben seien alle notwendigen Informationen über das Impfprozedere enthalten. Ab dem 28. Januar sei das Anmeldeportal des beauftragten Dienstleisters dann freigeschaltet.

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Bislang wenig Impfstoff in Niedersachsen

Bis Donnerstag wurden dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge in Niedersachsen 22.608 Menschen gegen das Coronavirus geimpft. Mit 2,8 Impfungen pro 1.000 Einwohner liegt das Land im bundesweiten Vergleich weiter auf dem vorletzten Platz vor Thüringen (2,5). Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Hannover sagte am Mittwoch, er halte den Rückstand im Vergleich zu den anderen Bundesländern für eine Momentaufnahme. Alle Länder hätten aber das Problem, dass es bisher zu wenig Impfstoff gebe. Dennoch rechne er damit, dass die Zahl der täglichen Impfungen weiter steigen werde. Bis Ende März soll das Land rund eine Million Dosen erhalten. Da für einen wirksamen Schutz zwei Spritzen nötig sind, könnten damit etwa 500.000 der knapp acht Millionen Niedersachsen geimpft werden.

Diskussion über Impfstrategie

Wegen der fehlenden Impfstoffdosen bahnt sich innerhalb der Großen Koalition in Hannover ein Streit an. Niedersachsens Wirtschaftsminister und Vize-Ministerpräsident Bernd Althusmann (CDU) hat vorgeschlagen, die Impfstrategie zu überdenken. In der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" sprach er sich dafür aus, den vorhandenen Impfstoff schneller zu verimpfen und eine zweite Dosis nicht zurückzuhalten. Davon hält das Sozialministerium jedoch nichts. Ohne die zweite Dosis wirke der Impfstoff nicht, hieß es. Außerdem sei der Impfstoff entsprechend zugelassen worden. Wenn jetzt alles verimpft werde, sei man davon abhängig, dass wirklich genug Impfstoff nachgeliefert wird, sagte Sprecher Grimm.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 07.01.2021 | 07:00 Uhr

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