Eine Seniorin hält einen Telefonhörer an ihr Ohr. © picture alliance/dpa/Britta Pedersen Foto: Britta Pedersen

Corona-Impfungen: Landkreise richten eigene Hotlines ein

Stand: 26.02.2021 12:21 Uhr

Nach dem holprigen Start bei der Terminvergabe für die Corona-Impfungen nehmen immer mehr Kommunen das Heft selbst in die Hand. Die Landkreise Cloppenburg, Vechta und Celle richten eigene Hotlines ein.

"Wir kommen beim Land nicht durch": Diesen Satz bekommen die Mitarbeitenden des Landkreis Cloppenburg immer wieder zu hören. Außerdem sind hier die Telefone von der Zentrale bis zum Gesundheitsamt mit Fragen zum Thema Impfen überlastet. Der Kreis will deshalb in der kommenden Woche eine eigene Hotline für Impfberechtigte einrichten.

Vechta vermittelt Impfpaten

Im Nachbarkreis Vechta wiederum werden über das Corona-Bürgertelefon Impfpaten vermittelt. Diese helfen den Seniorinnen und Senioren dabei, einen Impftermin zu buchen oder sich vor Ort im Impfzentrum zurechtzufinden. "Es wäre besser gewesen, das Land hätte es uns von Anfang an machen lassen", sagte Vechtas Kreissprecher Jochen Steinkamp gegenüber NDR 1 Niedersachsen.

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Celle: 20 Mitarbeitende helfen den Senioren

Auch im Landkreis Celle gibt es Unterstützung für überforderte Bürger. Hier helfen 20 Mitarbeitende einer eigens eingerichteten Impfhotline den Betagten, sich fürs Impfen anzumelden. Es geht dabei aber lediglich um einen Eintrag auf der Warteliste, konkrete Termine können nicht vergeben werde. Die Resonanz zeige, dass das Angebot zur richtigen Zeit komme, sagte Projektleiter Matthias Peters. Das Impfmanagement des Landes bezeichnete Oberbürgermeister Jörg Nigge (CDU) als "ein Desaster".

Lüchow-Dannenberg: Alternative zum Impfzentrum möglich

Impfberechtigte Menschen aus dem Landkreis Lüchow-Dannenberg können sich nun doch von der Warteliste für das Impfzentrum Uelzen löschen lassen. Das hat Landrat Jürgen Schulz (parteilos) auf NDR Anfrage bestätigt. Stattdessen könnten Impfberechtigte sich auch an einer der vier geplanten Impfstellen in der Kommune impfen lassen, so Schulz. Wer sich vor Ort impfen lässt, werde allerdings erst später geimpft, als es im Impfzentrum Uelzen der Fall gewesen wäre. Die Elbe-Jeetzel-Zeitung hatte zuerst darüber berichtet. Der Landkreis Lüchow-Dannenberg ist der einzige in Niedersachsen, der kein eigenes Impfzentrum hat.

Ministerium verteidigt Verfahren

Im niedersächsischen Gesundheitsministerium gibt man sich trotz der Kritik gelassen und begrüßt die regionalen Initiativen. Dass beispielsweise Celle für Termine auf die Internetseite des Landes zurückgreife, zeige doch, dass das Verfahren funktioniere, sagte am Freitag eine Sprecherin. Es gebe ja auch keine Alternative, heißt es dazu aus den Regionen. Einige wollen aber offenbar das Impfen in Eigenregie ausbauen, um - wie es hinter vorgehaltener Hand heißt - weiteres Chaos zu verhindern, wenn mehr Impfstoff verfügbar ist und weitere Personengruppen impfberechtigt sind.

Fehlstart mit Ansage

Computer-Experten hatten die Strategie des Landes einer zentralen Impftermin-Vergabe bereits frühzeitig kritisiert. Corona-Krisenstabsleiter Heiger Scholz hatte bereits vor dem Start des Online-Impfportals und der telefonischen Terminvergabe Probleme aufgrund des erwarteten Andrangs angekündigt. Tatsächlich erwies sich die zentrale Terminvergabe wochenlang als Flaschenhals, der vielen Impfberechtigten kein Durchkommen bot. Niedersachsen belegt im bundesweiten Vergleich von Beginn an einen der hinteren Plätze bei der Impfquote.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 26.02.2021 | 12:00 Uhr

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