Ein Stempel mit der Aufschrift Corona-Hilfe. © picture alliance / Eibner-Pressefoto Foto: Weber/Eibner-Pressefoto

Corona-Hilfen: NBank gibt mehr als 4,5 Milliarden Euro

Stand: 01.07.2021 17:21 Uhr

Wie viel Steuergeld ist in der Corona-Krise bisher an Unternehmen in Niedersachsen geflossen? Dazu hat die landeseigene Investitions- und Förderbank, die NBank, jetzt aktuelle Zahlen genannt.

von Annette Deutskens

Die meisten Hilfsprogramme für die Wirtschaft sind über die NBank gelaufen. Dort haben Unternehmerinnen und Unternehmer im Regelfall ihre Anträge gestellt und dort ist das Geld am Ende auch ausgezahlt worden.

Deutlich mehr Zuschüsse als Kredite

Insgesamt hat die NBank von März 2020 bis Mai 2021 nach eigenen Angaben 4,55 Milliarden Euro überwiesen, darunter Landes- und Bundesmittel. Nie zuvor in der Geschichte Niedersachsens sind auch nur annähernd solche Summen geflossen, um Firmen und Geschäfte vor der Pleite zu retten. Der weitaus größte Teil ist in Form von Zuschüssen an die Firmen gegangen. Das heißt, sie müssen das Geld nicht zurückzahlen. Etwa eine halbe Milliarde Euro sind als Kredite vergeben worden.

"Ohne diese Hilfen hätten viele Unternehmen nicht überlebt"

Berend Lindner, Verwaltungsratsvorsitzender der NBank, spricht vom größten Fördervolumen in der Geschichte der Bank. Eine "beachtliche Summe" nennt wiederum Volker Müller, Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbände Niedersachsen, die mehr als vier Milliarden Euro. "Ohne diese Hilfen hätten viele Unternehmen nicht überleben können. Im Großen und Ganzen lief das erstaunlich gut, wenn man bedenkt, dass sich die Zahl der Anträge mehr als verzehnfacht hat", so Müller.

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Holpriger Start

An den Corona-Hilfen hat es während der Pandemie aber auch immer wieder Kritik gegeben: Zu viele Betroffene fielen durch das Raster, die Anträge seien zu bürokratisch, die Bearbeitungsfristen zu lang, so die Hauptkritikpunkte. Vor allem der Start der sogenannten November- und Dezemberhilfen verlief holprig. Mittlerweile seien aber rund 60.000 Anträge in Niedersachsen bewilligt und nur noch 1.000 nicht abschließend bearbeitet, versichert die NBank. Letztere seien Fälle, in denen noch Fragen mit den Antragstellern geklärt werden müssten.

Mehr als zehnmal so viele Anträge

Für die NBank war es ein Kraft- und Balanceakt, die Corona-Hilfsprogramme zu stemmen. Genehmigten die Mitarbeiter Anträge zu schnell, liefen sie Gefahr, Betrügern aufzusitzen. Prüften sie zu lange, gerieten Unternehmen ernsthaft in Not. Dazu kommt der Umfang. Zum Vergleich: In normalen Jahren werden bei der NBank rund 20.000 Förderanträge bearbeitet. Von März 2020 bis Ende Mai 2021 waren es mehr als 250.000, 160 Mitarbeiter wurden dafür zusätzlich befristet eingestellt.

Hilfsprogramme laufen weiter

Auch wenn der größte Berg abgearbeitet sein dürfte - abgeschlossen sind die Hilfsprogramme noch nicht. Bis Ende August können noch Anträge für die Überbrückungshilfe III gestellt werden. Außerdem hat das Wirtschaftsministerium einen Härtefallfonds für die Unternehmen eingerichtet, die bisher durch das Förderraster gefallen sind. Sie können mit 5.000 bis 100.000 Euro rechnen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 01.07.2021 | 18:00 Uhr

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